Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin

Lungenerkrankungen

Pneumologie für Kinder und Jugendliche

Asthma, Bronchitis und Lungenentzündungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen im Kindesalter. Daneben gibt es aber auch seltene und zum Teil schwere Lungenerkrankungen. In unserer Abteilung für Kinderpneumologie, Allergologie und Immunologie betreuen wir Kinder aller Altersgruppen mit Lungenerkrankungen ambulant und stationär.

    Behandlungsangebot

    Angeborene Lungenfehlbildungen (Lungenzysten)

    Angeborene Lungenfehlbildungen sind mit modernen Ultraschall- Untersuchungen oft schon vor Geburt sichtbar. In enger Zusammenarbeit mit Geburtshelfern und Neonatologen kümmern wird uns von Diagnosestellung und Geburt an um unsere Patienten, und gewährleisten eine individuelle Beratung und Therapie.

    Allergisch bedingte Entzündung der Alveolen (Exogen allergische Alveolitis)

    Allergene können nicht nur IgE vermitteltes allergisches Asthma auslösen sondern in seltenen Fällen über IgG Antikörper (Präzipitine) eine exogen allergische Alveolitis verursachen. Oft tritt dies bei Kontakt zu Schimmelpilzen oder Vögeln auf. Weil diese Erkrankung so selten ist, nehmen wir mit unseren Patienten an einer neuen Therapiestudie im Kindesalter teil.

    Alpha1-Antitrypsinmangel

    Fehlt das Enzym Alpha1-Antitrypsin, so kommt es vor allem zu Leber- und Lungenerkrankungen. Die Lebererkrankung tritt dabei meist viel früher auf als die Lungenerkrankung, die erst im Erwachsenenalter sichtbar wird. Wichtig ist es, den genetisch bedingten Alpha1-Antitrypsinmangel früh zu erkennen und die Lunge von Beginn an vor zusätzlichen schädlichen Einflüssen wie Zigarettenrauch zu schützen.

    Asthma bronchiale

    Asthma bronchiale ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter, ca. zehn Prozent aller Kinder sind davon betroffen. Dabei kommt es zu einer dauerhaften Entzündungsreaktion an den Atemwegen. Wechselnd auftretende Atemnot ist die Folge. Als Referenz-Zentrum stehen wir für die Differential-Diagnostik und für erweiterte Untersuchungen zur Verfügung und kümmern uns um besonders komplexe und schwere Formen von Asthma bronchiale.

    Ausweitungen der mittelgrossen Atemwege (Bronchiektasen)

    Bronchiektasen sind Aussackungen der Atemwege, die meist durch chronische Entzündung und Infektion entstehen. In diesen Aussackungen sammelt sich Schleim, der eine weitere Entzündung begünstigt. Die genaue Abklärung der Ursachen von Bronchiektasen ist wichtig, um nach Möglichkeit gezielte Therapien anbieten zu können. Oft ist eine dauerhafte und umfangreiche Behandlung notwendig.

    Chronische Lungenerkrankung des Neugeborenen (Bronchopulmonale Dysplasie)

    Bei Frühgeborenen kann bei Lungenunreife und der Notwendigkeit von längerfristiger Beatmung und Sauerstofftherapie ein Umbauprozess der Lunge stattfinden, der eine längerfristige Therapie im Säuglingsalter bedingt. Die Lunge ist dann auch noch Jahre später sehr verletzlich (z.B. bei Infektionen oder Belastungen).

    Entzündung der Bronchien (Bronchitis)

    Bei Infekten kann es zu einer Entzündungsreaktion an den Atemwegen kommen. Im Gegensatz zu Asthma bronchiale ist diese Entzündung aber nicht dauerhaft sondern verschwindet nach dem Infekt wieder. Allerdings kann es immer wieder zu Bronchitis kommen, manchmal auch zusammen mit einer (kurzfristigen) Atemnot, dann spricht man von obstruktiver Bronchitis.

    Entzündung der kleinen Äste des Bronchialbaums (Bronchiolitis)

    Bei der Bronchiolitis handelt es sich um die Entzündung der kleinen und kleinsten Atemwege. Oft sind Viren die Auslöser, ganz häufig RSV. Diese Art der Bronchiolitis kann gut therapiert werden. Aber auch nach Stammzell- und Organtransplantation kann es zu einer autoimmunen Entzündung der Bronchiolen kommen. Die Diagnosestellung ist in diesen Fällen oft schwierig und die Therapie langwierig.

    Fremdkörperaspiration

    Kinder stecken viele Dinge in den Mund, um ihre Lebenswelt zu erkunden. Manches davon findet seinen Weg in die Lunge: Nüsse und Karotten bei Kleinkindern, Zähne und Spielzeug bei Kindergarten- und Schulkindern. Zusammen mit unserer Abteilung für Kinderanästhesie haben wir moderne Konzepte entwickelt, um diese Fremdkörper schnell und schonend aus der Lunge zu bergen.

    Krankhafte Atemgeräusche (Stridor)

    Als Stridor bezeichnet man ein auffällig lautes Geräusch in der Einatmung (inspiratorischer Stridor) oder Ausatmung (expiratorischer Stridor). Oft hat dieses Geräusch eine harmlose Ursache, wenn es bereits kurz nach der Geburt auftritt und von einem weichen Kehldeckel bedingt wird. Es können aber auch andere Fehlbildungen oder Erkrankungen hinter diesem Geräusch stecken. Dann ist eine umfangreiche Abklärung und Therapie notwendig.

     

    Lungenbeteiligung bei Immundefekten

    Viele Immundefekte und Autoimmunerkrankungen zeigen eine Lungenbeteiligung. Zusammen mit anderen Spezialisten kümmern wir uns bei diesen komplexen Erkrankungen um die Lunge. Dies ist besonders wichtig, weil eine Lungenbeteiligung bei diesen Erkrankungen oft entscheidenden Einfluss auf die Lebensqualität und die Prognose der Erkrankung hat.

    Lungenentzündung (Pneumonie)

    Lungenentzündungen sind oft gut und einfach ambulant zu behandeln. In gewissen Konstellationen, z.B. bei besonders jungen Kindern, bei anderen Risikofaktoren oder besonders schweren Verläufen ist eine Antibiotikatherapie über die Vene und die stationäre Aufnahme notwendig. Dann können auch Physiotherapie, Inhalationen und Atemschulung die Genesung beschleunigen und verbessern.

    Lungengerüsterkrankung (Interstitielle Lungenerkrankungen)

    Selten treten bei Kindern Erkrankungen des Lungengerüsts auf, die sich oft durch Kurzatmigkeit und Einschränkung der Belastungsfähigkeit zeigen. Eine umfassende Abklärung ist dann nötig, die wir hier vor Ort interdisziplinär anbieten.

    Mukoviszidose

    Mukoviszidose ist die häufigste genetische Erkrankung in Europa. In Regensburg steht für die Betreuung von Patienten ein zertifiziertes universitäres Mukoviszidosezentrum zur Verfügung. Für das CF Neugeborenenscreening sind wir Referenzzentrum für Ostbayern.

    Zilienfunktionsstörungen (Primäre Ziliäre Dyskinesie)

    Feine Flimmerhärchen (Zilien) sorgen an der Schleimhaut der Atemwege für den Abtransport von Schleim aus der Lunge und damit für die Reinigung unserer Atemwege. Fehlen diese Zilien oder sind sie in ihrer Funktion gestört, kann es zu wiederholten Lungenentzündungen und Bronchiektasen kommen. Eine frühe Diagnose und fortwährende Therapie sind bei dieser Erkrankung wichtig, um langfristige Lungenschäden zu vermeiden.

    Rippenfellentzündung und Pleuraerguss

    Schwere und komplexe Lungenentzündungen gehen oft mit einem Lungenfellerguss einher. Hier ist oft eine Punktion und manchmal die Ausräumung des Ergusses in enger Absprache mit unserer kinderchirurgischen Abteilung notwendig.

     

    Seltene Erkrankungen und Syndrome mit Lungenbeteiligung

    Bei seltenen angeborenen Erkrankungen (Rare Diseases) ist in einigen Fällen die Lunge mitbetroffen oder sogar das bevorzugt betroffene Organ. Zu diesen Erkrankungen gehören z.B. Lungensequester, William Campbell Syndrom, Rigid Spine Syndrom, ROHHAD,  Phakomatosen und Hepatopulmonale Syndrome. Im Rahmen des Zentrums für seltene Erkrankungen Regensburg betreuen wir solche Patienten im SEK-KUNO interdisziplinär.

    Stimmbandfehlfunktion (Vocal Cord Dysfunction)

    Vor allem bei älteren Kindern und Jugendlichen kann es bei Aufregung und Anstrengung zu einer Fehlfunktion der Stimmbänder kommen. Statt sich besonders weit zu öffnen, schließen sich die Stimmbänder bei der Einatmung und erzeugen das Gefühl der akuten Luftnot. Das wird oft als Asthma gedeutet, spricht aber auf eine Asthmatherapie nicht an.  Wir können die Diagnose in einem speziellen Belastungstest stellen und die richtige Therapie in die Wege leiten.

    Tuberkulose

    Tuberkulose im Kindesalter nimmt in den letzten Jahren sowohl bei deutschen Kindern als auch bei Kindern mit Migrationshintergrund deutlich zu. Wir können sowohl die Diagnostik dieser Erkrankung wie auch die spezielle und kindergerechte Therapie durchführen.

     

    Diagnostische Möglichkeiten

    Allergietests

    Antikörper gegen Allergene (Immunglobulin E) werden im Blut gemessen oder Allergietests werden mit standardisierten Allergen-Extrakten auf der Haut durchgeführt (Haut-Prick-Test oder Allergie-Patch-Test). In seltenen Fällen ist  der Allergietest an der Nasenschleimhaut  notwendig.

    Bildgebende Verfahren

    Um die Lunge darstellen zu können, werden je nach Fragestellung, Erkrankung und Alter des Patienten verschiedene Methoden angewendet, die uns am Standort zur Verfügung stehen. Wichtig ist uns dabei eine sinnvolle und gleichzeitig Strahlen-arme Diagnostik.

    Blutgasanalyse

    Mit einem kleinen Fingerpicks wird die Gaszusammensetzung im Blut bestimmt. Das erlaubt Rückschlüsse darauf, wie Lunge und Herz funktionieren und ob die Lungenbläschen (Alveolen) den Gasaustausch von Sauerstoff und Kohlendioxid gut bewerkstelligen.

    Bronchoskopie

    Bei der Lungenspiegelung werden in Narkose die oberen und unteren Atemwege inspiziert, entweder mit einem Schlauch (flexible Bronchoskopie) oder einem Rohr (starre Bronchoskopie). Bei Bedarf kann so auch eine Lungenspülung oder eine Fremdkörperentfernung aus den Atemwegen erfolgen.

    Bronchospasmolysetest

    Beim Bronchospasmolysetest wird die Reaktivität der Atemwege auf ein Bronchienerweiterndes Medikament getestet. Dieser Test ist oft für die Diagnosestellung eines Asthma bronchiale notwendig.

    CO Diffusionsmessung

    Hiermit wird untersucht ob der Gasaustausch von Sauerstoff und Kohlendioxid in den Lungenbläschen (Alveolen) gut funktioniert. Bei manchen Erkrankungen des Lungenbindegewebes (Interstitielle Lungenerkrankungen) kann dieser Austausch gestört sein.

    Atemgeräuschmonitoring (Leo-Sound System)

    Mit dem LeoSound System können Atemgeräusche auch über Nacht fortlaufend aufgezeichnet werden, ohne den Schlaf zu stören. Da besondere  Atemgeräusche oft typisch für bestimmte Lungenerkrankungen sind, kann so schneller eine Diagnose gestellt werden.

    Lungenfunktionsmessung

    Zur Messungen der Lungenfunktion stehen uns unterschiedlichste Methoden zur Verfügung. Wie gut Luft bei Ein- und Ausatmung durch die Atemwege und in die Lunge fließt,  kann bereits bei kleinen Kindern mit Spirometrie gemessen werden, später dann auch mit Bodyplethysmographie. Für spezielle Fragestellungen verfügen wir als eine von wenigen Universitätskinderkliniken in Deutschland auch über eine Gasauswasch-Lungenfunktion (Multiple Breath Washout).

    Stickstoff (NO) Messung

    Die Messung von Stickstoff (NO) in der Ausatemluft lässt Rückschlüsse auf Entzündungsreaktionen zu. Erhöhte NO Werte in der Lungenausatmungsluft sprechen für bestimmte Formen von Asthma bronchiale, vermindertes NO in der Luft des Nasen-Rachenraums ist typisch für Zilienfunktionsstörungen.

    Sauerstoffsättigungsmessung (Pulsoximetrie)

    Sauerstoffsättigungsmessungen werden vor allem im Zusammenhang mit Blutgasanalysen und Belastungstests eingesetzt. Damit kann bestimmt werden, wieviel Sauerstoff im Blut vorhanden ist und in die Organe und Muskeln gelangt. 

    Schweisstest (Iontophorese)

    Der Schweißtest wird am Unterarm durchgeführt und zeigt an, ob eine Mukoviszidose vorliegt. Diese angeborene Erkrankung kann die Lunge, aber auch viele weitere Organe betreffen. Der Schweißtest zeigt sehr verlässlich und bereits ab dem Säuglingsalter an, ob diese Erkrankung vorliegt.

    Belastungstest

    Einige Lungenerkrankungen werden erst sichtbar, wenn die Lunge Mehrarbeit verrichten muss, so wie bei körperlicher Anstrengung. Sichere und Kindergerechte Belastungstests stehen daher zur Verfügung.

    Zilienfunktionstestung

    Zilien sind die kleinen Flimmerhärchen der Atemwegsschleimhaut. Flimmern sie nicht richtig oder fehlen sie ganz, ist das Reinigungssystem der Atemwege eingeschränkt und häufige Infektionen können die Folge sein. Mit Videomikroskopie, Elektronenmikroskopie und Schlagfrequenzbestimmung können wir die Zilienfunktion genau untersuchen.

    Kontakt-Icons

    Ansprechpartner

    Chefarzt Prof. Dr. med. Michael Kabesch
    Oberarzt Priv.-Doz. Dr. med. Sebastian Kerzel, MHBA
    Funktionsoberärztin Dr. med. Andrea Schweiger-Kabesch


    Eine telefonische Terminvereinbarung zu unseren Sprechstunden ist erforderlich.

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