Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin

Erkrankungen von Magen-Darm-Trakt, Bauchspeicheldrüse und Leber

Gastroenterologie und Ernährungsmedizin für Kinder und Jugendliche

Aufgabe der Gastroenterologie und Ernährungsmedizin für Kinder und Jugendliche ist die Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, der Bauchspeicheldrüse sowie der Leber. Alle erforderlichen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen können in unserer Spezialabteilung für jede Altersgruppe angeboten werden. Eingriffe, die in Narkose erfolgen, werden in Kooperation mit unseren erfahrenen Kinderanästhesisten durchgeführt. Die Behandlung kann je nach Erfordernissen ambulant oder stationär erfolgen.

Für Notfälle steht rund um die Uhr ein Kindergastroenterologe/in zur Verfügung. Mit dem KUNO Kinder-Bauchzentrum gibt es an der KUNO Klinik St. Hedwig ein interdisziplinäres Versorgungskonzept für Patienten, die aufgrund ihrer komplexen Erkrankung Spezialisten aus mehreren Fachdisziplinen benötigen. Kollegen aus der Kindergastroenterologie und der Kinderchirurgie arbeiten hier mit vielen anderen Fachdisziplinen in der Diagnostik und Therapie eng zusammen.

Unser Behandlungsangebot

Angeborene Fehlbildungen

Diese Fehlbildungen (Ösophagusatresie, Analatresie, Morbus Hirschsprung, Gastroschisis, Omphalocele, Zwerchfellhernie und andere) fallen in der Regel bereits bei Neugeborenen auf und bedürfen einer raschen operativen Versorgung. Hier arbeiten wir sehr eng mit der Kinderchirurgie zusammen. Wenn die chirurgischen Probleme nicht mehr im Vordergrund stehen, werden die Patienten langfristig in der kindergastroenterologischen Sprechstunde weiterbetreut. Manchmal entstehen bei diesen Patienten Komplikationen wie Engstellen der Speiseröhre, eine gastroösophageale Refluxerkrankung oder eine Darmtransportstörung. Diese Komplikationen können effektiv und sicher in der Kindergastroenterologie behandelt werden.

Chronisches Darmversagen

Wenn der Darm nicht richtig funktioniert, führt das zu chronischen Durchfällen, die Kinder werden nicht ausreichend mit Energie und Nährstoffen versorgt und können sich nicht gut entwickeln. Ursachen sind häufig ausgedehnte Operationen in der Neugeborenenzeit, so dass ein Kurzdarm entsteht. Seltener sind angeborene Funktionsstörungen des Darmes. Die Patienten benötigen – teils auch längerfristig -  eine künstliche Ernährung über einen Katheter. Nach entsprechender Schulung ist dies auch zu Hause möglich (siehe sozialpädiatrische Nachsorge Bunter Kreis).

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa können nicht nur bei Jugendlichen, sondern in jedem Lebensalter auftreten (bei 25% der im Kindealter diagnostizierten Patienten bereits vor dem 10. Lebensjahr). Sie äußern sich durch vielfältige Beschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfälle, blutige Stühle, Gewichtsverlust oder eine Wachstumsstörung. Eine genaue Ursache der Erkrankungen ist nicht bekannt.

In der KUNO Klinik St. Hedwig stehen alle diagnostischen Maßnahmen zur Verfügung, um diese Erkrankungen auch bei kleinen Kindern festzustellen. Die sehr individuelle Therapie wird nach internationalen Leitlinien durchgeführt. Die langfristige Betreuung erfolgt bis zur Überleitung in die Erwachsenenmedizin in der Spezialsprechstunde für chronisch entzündliche Darmerkrankungen.

Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

Chronische Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) können zur langfristigen Schädigung des Organs führen. Außerdem gibt es angeborene Formen der Bauchspeicheldrüsenentzündung, die man genetisch nachweisen kann.  Mit verschiedenen Untersuchungen (Ultraschall, MRT, ERCP) kann man die unterschiedlichen Formen differenzieren und dann die Patienten und ihre Familien beraten sowie die entsprechende Therapie einleiten.

Funktionelle Störungen wie wiederkehrendes Erbrechen, chronische Bauchschmerzen, Obstipation, chronischer Durchfall

Funktionelle Störungen wie Durchfälle, Erbrechen, Obstipation, Bauchschmerzen (jeweils chronisch) sind häufig, ihre Abgrenzung zu organischen Erkrankungen aber oft nicht einfach. An unserem kindergastroenterologischen Zentrum gibt es viel Erfahrung, um sinnvolle Untersuchungen zu planen und überflüssige Diagnostik zu vermeiden.

Gastroösophageale Refluxkrankheit

Längerfristiges Sodbrennen kann durch die Magensäure die Schleimhaut der Speiseröhre schädigen. Dies kann man bei einer Endoskopie in Form von entzündlichen Veränderungen sehen. Man spricht dann von einer gastroösophagealen Refluxerkrankung, die mit Säureblockern behandelt werden muss. Ursache kann ein fehlender Verschlussmechanismus des Mageneinganges oder eine sogenannte Hernie am Mageneingang sein. Hier kann auch eine Operation eine erfolgversprechende Therapie sein. Dabei arbeiten wir eng mit der Kinderchirurgie in der KUNO Klinik St. Hedwig zusammen.

Gedeihstörung und Ernährungsstörungen

Kinder, die schlecht an Gewicht zunehmen oder wachsen, fallen oft bei den Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt auf. Der Kinderarzt überweist dann zu speziellerer Diagnostik in unsere kindergastroenterologische Ambulanz.

Störungen der Ernährung wie z.B. Schluckstörungen, Verweigerung von fester Nahrung erfordern  spezielle Diagnostik (z.B. endoskopische Verfahren, Röntgendiagnostik). Bei Säuglingen oder Kleinkindern, die plötzlich die Nahrungsaufnahme verweigern oder auch ihren Speichel nicht mehr schlucken können, kann ein Fremdkörper in der Speiseröhre die Ursache sein. Diese Fremdkörper (z.B. Münzen, Spielzeug) müssen möglichst rasch entfernt werden. Um einen absoluten Notfall handelt es sich, wenn eine Knopfzellenbatterie in der Speiseröhre steckenbleibt.

Lebererkrankungen und Erkrankungen der Gallenwege

Kinder mit angeborenen Fehlbildungen der Gallenwege (z.B. Gallengangatresie) bedürfen einer sehr speziellen Diagnostik mit Ultraschall, speziellen MRT-Techniken und der ERCP, die wir in Kooperation mit den Gastroenterologen des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in der KUNO Klinik St. Hedwig durchführen.

Auch alle anderen Erkrankungen der Leber (Hepatitis, Morbus Wilson, alpha-1- Antitrypsinmangel…) können an der KUNO Klinik St. Hedwig diagnostiziert werden. Bei chronischen Erkrankungen erfolgt die weitere Therapie dann am zweiten Standort der KUNO Kliniken am UniversitätsklinikumRegensburg.

Nahrungsmittelallergien und Autoimmunerkrankungen des Magen-Darm-Traktes

Nahrungsmittelallergien sind viel seltener, als allgemein angenommen. Labortests helfen oft nicht weiter, meist bleibt nur eine zeitintensive Eliminationsdiät. Häufiger als echte Allergien sind aber andere Unverträglichkeiten von Nahrungsmitteln. Hier können z.B. die Atemtests helfen, bestimmte Unverträglichkeiten gegenüber Zuckern festzustellen.

Zunehmend wird bei Kindern mit einer Schluckstörung oder Erbrechen eine sogenannte eosinophile Ösophagitis (allergische Entzündung der Speiseröhre) mittels einer Spiegelung (Endoskopie) der Speiseröhre festgestellt. Die Therapie erfolgt meist mit einer speziellen Diät, selten sind auch Kortisonpräparate nötig.

Autoimmunerkrankungen des Darmes sind sehr selten. Meist ist eine endoskopische Untersuchung des Magen-Darmtraktes nötig.

Seltene genetische Erkrankungen des Verdauungssystems

Bei einigen Erkrankungen z.B. des Darmes oder der Bauchspeicheldrüse sind Gendefekte bekannt, damit lassen sich bestimmte Erkrankungen zweifelsfrei nachweisen. Auch von den autoimmunologischen Darmerkrankungen sind einige genetisch bedingt und der Gendefekt bereits bekannt. Die erforderlichen genetischen Untersuchungen können über unsere Spezialambulanz durchgeführt werden.

Zöliakie

Bei der Zöliakie handelt es sich um eine entzündliche Reaktion der Dünndarmschleimhaut auf das Eiweiß Gluten, das unter anderem in Weizen vorkommt. Die Erkrankung ist häufiger als früher angenommen (in Deutschland ca. 1:500).  Typische Beschwerden sind Durchfälle, Gewichtsverlust und ein aufgeblähter Bauch. Es gibt aber auch atypische Formen, so dass die Diagnose oft nicht einfach ist. Eine Blutuntersuchung kann auf die richtige Spur führen, zur Bestätigung der Diagnose ist in der Regel eine Gewebeprobe aus dem oberen Dünndarm erforderlich. Diese wird bei einer Magenspiegelung gewonnen. Wichtig ist, dass vor der sicheren Diagnose keine glutenfreie Ernährung begonnen wird. Nach der Untersuchung bieten wir den Familien eine kompetente Ernährungsberatung bezüglich der Diät an.

Diagnostische Möglichkeiten

Atemtests

Zuckerunverträglichkeiten (z.B. Fruchtzucker, Milchzucker) können mit einem Atemtest festgestellt werden. Die Kinder müssen nüchtern zum Termin in die Ambulanz kommen und eine Testlösung mit dem Zucker trinken. Vor und nach dem Trinken wird die Ausatemluft in regelmäßigen Abständen über 2-3 Stunden gemessen.

Endoskopie

Die Endoskopie (Spiegelung) ist eine Untersuchung mit einem flexiblen, steuerbaren Schlauch mit einer Lichtquelle sowie einer Videokamera an der Spitze. Je nach Beschwerden sind eine Spiegelung der Speiseröhre mit Magen und Zwölffingerdarm, eine Darmspiegelung (komplett oder als Teilspiegelung) oder auch beide Untersuchungen erforderlich. Während der Spiegelung erfolgt eine Entnahme von Gewebeproben (Biopsie) zur feingeweblichen Untersuchung unter dem Mikroskop (Histologie).

Alle Endoskopien sind in unserer auf Kinder spezialisierten Abteilung grundsätzlich vom Neugeborenenalter bis zu den Jugendlichen sicher durchführbar. Da die Untersuchungen unangenehm sind, erfolgen sie in Zusammenarbeit mit unseren Kinderanästhesisten in einer tiefen Schlafnarkose. Die Endoskopie des Magens kann ambulant erfolgen, die Darmspiegelung erfolgt aufgrund der Vorbereitungsmaßnahmen (Darmreinigung) in der Regel stationär.

Eine besondere Form der Spiegelung ist die ERCP (endoskopische retrograde Cholangio-Pankreaticographie). Mit dieser speziellen Untersuchung können die Gallengänge von ihrer Mündung in den Dünndarm aus mit Kontrastmittel sichtbar gemacht werden und man kann so z.B. Abflussstörungen erkennen.

Laboruntersuchungen

Laboruntersuchungen können wertvolle Hinweise auf bestimmte Erkrankungen liefern. Die meisten Untersuchungen werden in Blutproben durchgeführt. Aber auch Tests an Stuhlproben geben z.B. Hinweise auf Entzündungen im Darm oder auf eine Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse.

Wichtig für die genaue Diagnose bestimmter Erkrankungen sind die Nachweise von Gendefekten. Diese genetischen Untersuchungen können auch an Blutproben durchgeführt werden und sind in unserer kindergastroenterologischen Ambulanz möglich.

Leberpunktion

Reicht der Ultraschall nicht aus, um eine Lebererkrankung ausreichend zu beurteilen, kann mit einer dünnen Nadel ein kleiner Gewebezylinder aus der Leber gewonnen werden. Dieser kann dann unter dem Mikroskop oder auch unter dem Elektronenmikroskop beurteilt werden. Diese Punktion erfolgt unter Narkose, die Patienten werden anschließend für eine Nacht überwacht.

MRT

Das MRT (Kernspinuntersuchung) bietet die Möglichkeit, ohne Strahlenbelastung Schnittbilder vom gesamten Bauchraum abzubilden. Organe wie die Leber mit den Gallenwegen, die Bauchspeicheldrüse oder die Milz und die Nieren können so exzellent untersucht werden.
Bei der speziellen Technik des MR-Enteroklysmas bekommen die Patienten Kontrastmittel zu trinken, um den Dünndarm in seiner gesamten Länge beurteilen zu können.

Röntgenuntersuchungen

Mit einer Röntgenuntersuchung können z.B. Fremdkörper aus Metall, die Kleinkinder verschluckt haben, dargestellt werden.Gibt man Kindern Kontrastmittel zu trinken, können Engstellen in der Speiseröhre oder im oberen Dünndarm in einer Durchleuchtung erkannt werden.

Ultraschall (Sonographie)

Die Sonographie des Bauchraumes bietet eine exzellente Möglichkeit, die Organe wie Leber, Bauchspeicheldrüse und Darm ohne große Belastung für die Kinder zu beurteilen. Der Ultraschall wird in unserem Ultraschallzentrum durchgeführt.

24h-pH-Metrie oder 24h-pH-Impedanzmessung

Hierbei handelt es sich um eine Technik zur Untersuchung bei sauerem gastroösophagealem Reflux (Sodbrennen). Eine sehr dünne Messsonde (ca. 1mm Durchmesser) wird über die Nase in die Speiseröhre eingeführt. Diese Sonde belässt man für 24 Stunden, sie misst kontinuierlich den Säuregrad (pH-Wert) in der Speiseröhre. Mit anderen Messsonden können in der 24h-pH-Impedanzmessung auch nicht saure Refluxe gemessen werden. Die Anlage der Sonde und die Durchführung der Messung sind aber identisch zu dem vorher beschriebenen.

Kontakt-Icons

Ansprechpartner

Direktor Univ.-Prof. Dr. med. Michael Melter (Privatsprechstunde)
Leitender Oberarzt Dr. med. Thomas Lang
Oberarzt Dr. med. Jochen Kittel


Eine telefonische Terminvereinbarung zu unseren Sprechstunden ist erforderlich.

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