Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Plazentationsstörungen

Unter einer Plazenta increta oder percreta versteht man eine teilweise (incret) oder komplett (percret) in die Gebärmutterwand hineingewachsene Plazenta (Mutterkuchen). Ursachen hierfür sind Schäden der Gebärmutterschleimhaut.

Im Normalzustand sorgt diese Schleimhaut (genannt Endometrium oder Dezidua) wie eine Gleitschicht dafür, dass der Mutterkuchen die Gebärmutterwand nicht durchwächst und sich nach der Geburt problemlos ablösen lässt. Insbesondere Operationen an der Gebärmutter wie Kaiserschnitte oder Ausschabungen sind mitverantwortlich für die steigende Zahl an Plazentationsstörungen, da durch diese Eingriffe eine Schädigung der Gebärmutterschleimhaut hervorgerufen werden kann. In manchen Fällen nistet sich der Embryo direkt in die Kaiserschnittnarbe ein (sog. Narbenschwangerschaft). Problematisch bei der Plazenta increta/percreta ist die Ablösung der Plazenta nach der Geburt des Kindes. Wird das Problem nicht rechtzeitig erkannt, so kommt es zu extrem starken Blutungen, die oft eine Entfernung der Gebärmutter erfordern.

Früherkennung

Wir bieten Ihnen im Rahmen unserer spezialisierten Ultraschallambulanz eine frühzeitige Diagnostik auf eine Plazentationsstörung an. Sollte sich der Verdacht ergeben bzw. bestätigen, planen wir mit Ihnen zusammen individuell das optimale Vorgehen bei der Geburt. Für alle therapeutischen Wege ist entscheidend, dass die durch die Wand gewachsene Plazenta nicht „herausgerissen“ werden darf. Die Entwicklung des Kindes erfolgt deshalb immer über einem Wandbereich, an dem die Plazenta sicher nicht haftet.

Anschließend stehen folgende operative Maßnahmen bei hochgradigem Verdacht auf eine höhergradige Plazentationsstörung zur Verfügung:

  1. Entfernen der Gebärmutter
  2. Gezieltes Herausschneiden der durch die Wand gewachsenen Plazenta (sog. „fokale Resektion nach Blasendissektion“)
  3. Belassen der Plazenta und Abwarten des natürlichen Abbaus des Plazentagewebes (Dauer: ca. 6 Monate)

Welche Methode für die jeweilige Situation optimal ist, lässt sich nur individuell entscheiden. Wichtig ist deshalb die frühzeitige Vorstellung und genaueste Planung und Vorbereitung.

Ihre Ansprechpartnerin:
Univ.-Prof. Dr. med. Angela Köninger

Kontakt:
Tel. +49 (0)941 369 5201

Kann man eine Plazentationsstörung verhindern?

In den meisten Fällen sind vorangegangene Kaiserschnitte für eine Plazentationsstörung verantwortlich. Die unvollständige Heilung der inneren Kaiserschnittnarben (sog. Nischenbildung) ist wahrscheinlich der entscheidende Schritt für die Entwicklung des Problems. Wir bieten Ihnen deshalb auch schon vor der Schwangerschaft im Verdachtsfall eine gezielte Diagnostik einer sog. Nischenbildung unter Verwendung eines speziellen Ultraschallkontrastmittels (ExEM® Foam) an.

Sollte sich der Verdacht bestätigen, kann die Nische saniert werden unter Einsatz der hochmodernen Roboterchirurgie.

Ihre Ansprechpartner:
Oberarzt Dr. med. Marco Weigl
Chefärztin Univ.-Prof. Dr. med. Angela Köninger

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