Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Sectio-Scar-Repair

Liebe Patientin,

Trotz eines unauffällig verlaufenen Kaiserschnitts kann es immer wieder zu Problemen bei der Heilung der inneren Kaiserschnittnarbe (genannt „Nische“ oder „Isthmozele“) kommen. 

Dadurch bildet sich eine Kerbe oder Nische an genau der Stelle, an der Ihr Baby beim Kaiserschnitt aus der Gebärmutter herausgeholt wurde. Bei manchen Frauen führt dieser Wanddefekt zu einem Abknicken der Gebärmutter nach hinten, sodass keine eigentliche Nische zu sehen ist, sondern nur eine sehr dünne Gebärmutterwand. In einigen Fällen entstehen an der Wand auch Zysten.

Wie äußern sich die Symptome einer Nische?

Die Probleme einer Nische treten typischerweise nach einer Kaiserschnittentbindung auf, denn bei einem Kaiserschnitt wird die Gebärmutterwand geöffnet und wieder vernäht.
In manchen Fällen heilt die dadurch entstehende Narbe nicht vollständig, was zu einer Ausbuchtung in der inneren Schicht der Gebärmutter führen kann. In dieser Nische entsteht
durch das Loch in der Wand ein Verhalt von Schleimhautsekret und Periodenblut, wodurch es zu Blutungsstörungen kommt.

Eine Nische kann folgende Probleme verursachen:

  • Periodenschmerzen
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Chronische Unterbauchschmerzen nach dem Kaiserschnitt
  • Über die Periode hinausgehende Schmierblutungen
  • Unerfüllter Kinderwunsch
  • Vergeblicher Embryotransfer bei einer künstlichen Befruchtung
  • Probleme beim Einführen eines Katheters in die Gebärmutter bei einer künstlichen Befruchtung (durch eine nach hinten abgeknickte Gebärmutter)
  • Übel riechender und/oder vermehrter Ausfluss

Wie wird eine Nische diagnostiziert?

Die diagnostische Abklärung einer Nische erfolgt mittels Ultraschalluntersuchung unter Zuhilfenahme von Kontrastmittel. Diese Untersuchung ist einfach, schmerzfrei und kann ambulant in der Klinik St. Hedwig durchgeführt werden.

Wichtig für die Untersuchung

  • Sie sollten sich zwischen Zyklustag 8 und 14 befinden.
  • Im Untersuchungszyklus darf keine Schwangerschaft vorliegen.
  • Sie sollten möglichst keine Antibabypille während des Untersuchungszyklus einnehmen, da diese die Untersuchungsergebnisse verfälscht.

Welche Operationsmöglichkeiten gibt es?

Sollte sich bei Ihnen eine Nische bestätigen, bieten wir Ihnen je nach Befund drei Operationsmöglichkeiten an. Welche OP-Methode für Sie die beste ist, entscheidet sich im Rahmen der Untersuchung.

1. Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung)
Hierbei wird die Nische vaginal über den Gebärmutterhals korrigiert. Diese OP kann ambulant durchgeführt werden. Eine Schwangerschaft ist direkt im Anschluss möglich.


2. Laparoskopie in Kombination mit Minilapartomie 
Nach einer Bauchspiegelung wird die Nische durch einen Minischnitt entfernt und anschließend neu vernäht. Der stationäre Aufenthalt beträgt in der Regel zwei Tage. Nach der Operation empfehlen wir eine dreimonatige Hormontherapie sowie eine Abschlussuntersuchung am Ende dieses Zeitraums. Anschließend kann eine Schwangerschaft angestrebt werden.


3. Operation mit DA VINCI®-Operationsroboter
In diesem Fall erfolgt die Bauchspiegelung robotergestützt. Diese Operation eignet sich vor allem für Frauen mit einem höheren Body-Mass-Index. Der stationäre Aufenthalt beträgt in der Regel zwei Tage. Nach der Operation empfehlen wir eine dreimonatige Hormontherapie sowie eine Abschlussuntersuchung am Ende dieses Zeitraums. Anschließend kann eine Schwangerschaft angestrebt werden.

Bitte beachten Sie: Eine Operation ist in jeder Zyklusphase möglich. Voraussetzung dafür ist, dass während des Behandlungszyklus keine Frühschwangerschaft vorliegt.
Aus diesem Grund benötigen wir Ihre Zusage, dass im aktuellen Zyklus sicher keine Empfängnis stattgefunden hat.

Was tun, wenn man mit einer Nische schwanger geworden ist?

Obwohl Nischen oft zur Unfruchtbarkeit führen, werden manche Frauen schwanger. Auch diese Schwangerschaften können ausgetragen werden – selbst dann, wenn der Mutterkuchen
durch die Kaiserschnittnarbe hindurch wächst (Narbenschwangerschaft). Hier unterstützen wir Sie ebenfalls und bieten Ihnen eine gebärmuttererhaltende Operation im Rahmen der Entbindung an. Ein Austragen des Kindes bis in das dritte Schwangerschaftsdrittel ist fast immer möglich. Zudem bieten wir Ihnen einen Kaiserschnitt mit gleichzeitiger Nischenkorrektur in einem Schritt an. Hier beraten wir Sie gerne.

Ihr Beitrag zur Wissenschaft

Wir erforschen die Entstehung von Nischen sowie den Erfolg unserer Operationen. Im Rahmen Ihres Aufenthaltes werden Sie über unsere Forschungsprojekte informiert. Es entstehen für Sie keine Nachteile, wenn Sie nicht daran teilnehmen. Mit Ihrer Teilnahme helfen Sie uns, das Krankheitsbild „Nischen“ immer besser nachzuvollziehen und die Behandlung
weiter zu optimieren.

Gut zu wissen

Ihre Krankenkasse übernimmt sämtliche Kosten für die Behandlung. Selbstzahler erhalten auf Anfrage einen Kostenvoranschlag.

Kontaktaufnahme und Ablauf

1. Um in unser diagnostisches und operatives Programm aufgenommen zu werden, senden Sie uns bitte zunächst eine E-Mail mit allen relevanten Daten an:
nischen@barmherzige-regensburg.de.
2. Sobald Sie von uns einen Termin erhalten haben, bitten wir Sie, vorab einige Fragen zu beantworten.
3. Die erste Vorstellung erfolgt ambulant zwischen Zyklustag 8 und 14.
4. Im Falle einer geplanten Operation kommen Sie am Vortag in die gynäkologische Ambulanz der Klinik St. Hedwig für Blutentnahme, Aufklärung und Prämedikation.
5. Am OP-Tag kommen Sie direkt in die Klinik.

Univ.-Prof. Dr. med. Angela Köninger
Direktorin und ChefärztinKlinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
PD Dr. med. Mehmet Vural
Leitender Oberarzt GynäkologieKlinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Elena Halatsis
Projektassistentin
KONTAKT
Lehrstuhl für Frauenheilkunde und Geburtshilfe (Schwerpunkt Geburtshilfe) der Universität RegensburgTel. +49 (0) 941 369-5201
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