WECARE: Wir kümmern uns!

WECARE – Wissenschafts- und Entwicklungs-Campus Regensburg

Wer wir sind

2018 wurde an der Klinik St. Hedwig der Wissenschafts- und Entwicklungs-Campus Regensburg (WECARE) mit Beteiligung aller Lehrstühle und Kliniken der Hedwigsklinik  gegründet, um wissenschaftliches Arbeit über Klinikgrenzen hinaus zu fördern. Im Mittelpunkt steht dabei der Patient. WECARE bedeutet daher auch „Wir kümmern uns“  mit vernetzter Forschung um das Wohl unserer Patienten.

WECARE fördert die langfristige Kooperation mit der Universität Regensburg, der durch die Gründung der beiden Lehrstühle für Kinder und Jugendmedizin sowie für Kinder- und Frauenheilkunde und Geburtshilfe an der Klinik St. Hedwig begonnen wurde. Mit WECARE sollen wissenschaftliche Aktivitäten, Forschung und Entwicklung am Standort der Klinik St. Hedwig gefördert, strukturiert und koordiniert werden. In der Tradition des Gründers der Barmherzigen Brüder, dem heiligen Johannes von Gott,  bedeutet das: Forschung zum Wohl der Patienten und Forschung zur Verbesserung der Versorgung unserer Patienten gerade da, wo bestehende Forschungsförderung nicht oder nicht gut genug greift.

WECARE Forschungsschwerpunkte

Die ersten tausend Tage

Der Schwerpunkt der Forschung von WECARE liegt auf den ersten tausend Tagen des Lebens. Diese Zeit ist eine besonders wichtige aber auch empfindliche Phase in der Entwicklung. Sie beginnt mit der Entwicklung des Kindes im Bauch der Mutter. Und auch die ersten Lebensjahre sind entscheidend für eine gesunde Entwicklung und das Vermeiden von oft lebenslangen Erkrankungen wie Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Allergien.

Die KUNO-Kids Studie

In diesem Zusammenhang wurde 2014 die KUNO-Kids-Gesundheitsstudie gestartet, bei der mittlerweile bereits über 3.000 Familien aus Regensburg und der Region mitmachen. Eingeladen werden dazu schwangere Frauen, die ihr Kind in der Klinik St. Hedwig zur Welt bringen wollen. Damit wird Schwangerschaft und Geburt ganz intensiv unter dem Aspekt der späteren Gesundheit des Kindes betrachtet, aber auch die Gesundheit der Schwangeren und Mutter wird  in einem ganzheitlichen Kontext untersucht. Mit den Studienkindern wächst auch die Studie und entwickelt sich thematisch weiter: Während in den ersten Lebensmonaten Themen wie Stillen und der gesunde Säuglingsschlaf wichtig waren, gewinnen bei den drei- bis vierjährigen Kindern zum Beispiel Fragen zur Mediennutzung an Bedeutung. An der KUNO Kids Geburtskohorte sind mittlerweile alle Abteilungen der Hedwigsklinik und weitere Wissenschaftler deutscher und österreichischer Universitäten beteiligt. Auch die Jugendämter der Region und das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit nutzen KUNO Kids zur Durchführung von Projekten aus den Bereichen Vorsorge und Umweltmedizin.

Mit Kindern für Kinder

WECARE beschäftigt sich in einem zweiten Schwerpunkt-Thema mit einem Dilemma, das alle Kinderärzte kennen: 70 Prozent der Medikamente, die Kindern verschrieben werden, wurden nicht für diese Altersgruppe in klinischen Studien geprüft. Da Kinder jedoch keine kleinen Erwachsenen sind, ist es unabdingbar, dass alle diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen für Kinder auch unter den standardisierten Bedingungen geprüft werden, wie dies bei Erwachsenen selbstverständlich ist. Deshalb lautet unser Grundsatz: „Wir forschen nicht an Kindern, sondern mit Kindern für Kinder“.

Wir beteiligen uns also mit WECARE an ausgewählten klinischen Studien, die gezielt die Versorgung von Kindern (und auch von Schwangeren) verbessern sollen. Daher beinhaltet WECARE ein klinisches Studienzentrum, das mit den bereits existierenden Studienzentren am Universitätsklinikum Regensburg und am Krankenhaus Barmherzigen Brüdern Regensburg vernetzt ist. Dazu gehört die Ausbildung von Klinikmitarbeitern für klinische Studien nach GCP (good clinical practice) Standards, die Planung, Organisation und Durchführung klinischer (AMG) Studien sowie die Mitarbeit an Registerstudien (vor allem aus dem Bereich Neonatologie und chronischer Erkrankungen).

Wir beteiligen uns aber auch an nationalen und internationalen Großforschungsprojekten: Derzeit werden drei EU-Forschungsprojekte zur Umweltmedizin, Asthma und Allergie sowie ein BMBF-Projekt aus dem Themengebiet „Gesund – ein Leben lang“ betreut. Ein gemeinsames EU Projekt mit den Universitätskinderkliniken der Barmherzigen Brüder in Rom und Barcelona, bei dem es um die Behandlung von traumatisierten Kindern und Jugendlichen geht, wurde gerade gestartet.

Krankheiten vorbeugen und verhindern

Bei den klinischen Studien liegt der Fokus derzeit vor allem bei Studien, die Krankheiten vorbeugen sollen: Ein Projekt befasst sich mit der Vorbeugung von atopischer Dermatitis (Neurodermitis) und ein weiteres mit der Ludwig-Maximilian-Universität München gerade gestartetes Projekt, mit der Verhinderung von Asthma durch die Gabe von speziell prozessierter Kuhmilch.

Versorgungsforschung für Verbesserungen in der Anwendung

WECARE setzt ganz bewusst einen Schwerpunkt auf die Versorgungsforschung bei Kindern und Familien. Hier liegt der Fokus auf der Frage, welche Gesundheitsleistungen unter Alltagsbedingungen in welcher Qualität bei Patienten ankommen. Dabei untersucht die Versorgungsforschung zum Beispiel, ob eine wirksame Therapie im Alltag auch verordnet wird und warum manche Patienten das Medikament vielleicht nicht entsprechend der Empfehlungen einnehmen.

Gerade Versorgungsforschung bei chronischen Erkrankungen erscheint uns sehr wichtig. Wir freuen uns daher besonders, dass die Versorgungsforschung von WECARE an einem der 3 Forschungsverbünden der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zu „Public Health“ beteiligt ist.

Die Versorgungsforschung widmet sich auch den Herausforderungen, die das gegenwärtige Gesundheitssystem für Patienten Familien und Mitarbeiter im Gesundheitssytem mit sich bringt. In unserem stark segmentierten und hoch spezialisierten Gesundheitssystem ist gerade die Zusammenarbeit zwischen den Fachdisziplinen, zwischen ambulanter und stationärer Versorgung wichtig. Wir wollen hier Beiträge liefern, wie hier Verbesserungen im Sinne der Patienten vor Ort entstehen können. Ganz konkret begleiten wir mit WECARE den kontinuierlichen Qualitätsentwicklungsprozess der Klinik wissenschaftlich.  

WECARE – Wir schaffen eine Plattform für Innovation

Den Begriff „Campus“ im Namen von WECARE interpretieren wir so, dass wir für alle Mitarbeiter der Klinik unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Berufsgruppe eine interdisziplinäre Plattform zum Austausch von Innovationsideen zur Verfügung stellen. Auch Workshops, Seminarreihen und Innovationstreffen werden von WECARE organisiert und interessierten Mitarbeitern angeboten. Wir halten Strukturen bereit, Ideen in Forschungsprojekte und weiter in die klinische Praxis und medizinische Produkte zu verwandeln.

Das hat bereits mit Beteiligung von Mitarbeitern der Klinik, der IT-Abteilung und einem Programmierer zur Software-Entwicklung für unser Belegungssteuerungstool geführt, das wir zuerst auf der Neugeborenen-Intensivstation eingeführt haben und das nun auch auf den Erwachsenen-Intensivstationen des Krankenhausverbundes der Barmherzigen Brüder eingesetzt werden kann.

WECARE – für Studenten der Medizin, Pflege und Gesundheitsinformatik

Mittlerweile haben über 40 medizinische Doktoranden an der Geburtskohorte mitgearbeitet und Themen der Geburtskohorte zu ihren Doktorarbeiten gemacht.

Auch die Pflegewissenschaften werden in WECARE integriert. In Zukunft wird es daher möglich sein, dass Pflegende in den Strukturen von WECARE interessante Bachelor- und Master-Projekte finden können und die Betreuung zusammen mit der OTH Regensburg organisiert wird.

WECARE Veröffentlichungen

Die erste Publikation zur Studie, die das Studiendesign und die Rationale der Studie erklärt, wurde 2019 veröffentlicht. Das ist Grundlage und Startschuss für viele weitere Veröffentlichungen, die Sie hier finden:
Pub Med

WECARE wird sich nun mit folgenden Themen beschäftigen:

  • Der gesunden Säuglingsschlaf
  • Ernährung in der Schwangerschaft
  • Die frühen Kindheit
  • Neue Kampagnen und Screening-Untersuchungen zur Verhinderung des plötzlichen Kindstodes
  • Projekte zur Verbesserung des Impfens bei Schwangeren
Eine Birne und Papierbälle stehen für "Idee, Konzept"

Kontakt

Justine Heiduk
Koordinatorin WECARE
Tel. +49 (0)941 369 5801
Prüfeningerstraße 21 (2. Stock), 93049 Regensburg