Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Sprechstunde für Frauen mit Abhängigkeitserkrankungen
Schwangerschaft und Kinderwunsch bei Abhängigkeitserkrankungen: individuell und vertraulich begleitet
Eine Schwangerschaft mit einer Abhängigkeitserkrankung oder einem Substitutionsbedarf kann besondere Fragen und Herausforderungen mit sich bringen. Eine gute medizinische und psychosoziale Begleitung kann dazu beitragen, Risiken frühzeitig zu erkennen und die Gesundheit von Mutter und Kind bestmöglich zu unterstützen.
In der Klinik St. Hedwig in Regensburg bieten wir Frauen mit Abhängigkeitserkrankungen, Substitution oder problematischem Suchtmittelkonsum sowie Frauen mit Kinderwunsch eine spezialisierte geburtshilfliche Sprechstunde an. Dabei betrachten wir nicht nur die Abhängigkeitserkrankung, sondern beziehen auch körperliche, psychische und soziale Aspekte in die Betreuung ein.
Gemeinsam arbeiten wir an einer Lösung, die Ihre Bedürfnisse und die Bedürfnisse Ihres Kindes berücksichtigt.
Unser interdisziplinäres Team begleitet Sie während der Schwangerschaft und bei der Geburtsplanung. Bei Bedarf beziehen wir auch die Klinik für Neonatologie, Psychologinnen und Psychologen sowie den Sozialdienst ein. So können wir die Versorgung von Mutter und Kind frühzeitig planen und auf Ihre persönliche Situation abstimmen.
Unser Behandlungsangebot
- Geburtshilfliche Betreuung bei Abhängigkeitserkrankungen und Suchtmittelkonsum
- Individuelle Geburtsplanung bei Abhängigkeitserkrankung oder Substitution
- Regelmäßige Ultraschalluntersuchungen zur Kontrolle von Wachstum und Entwicklung des ungeborenen Kindes
- Spezielle Organ-Ultraschalluntersuchungen im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel
- Beratung bei Kinderwunsch sowie zu Schwangerschaft und Stillzeit bei Abhängigkeitserkrankungen
- Beratung zu Substitutionsmedikamenten und Psychopharmaka während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie zu möglichen Auswirkungen auf das Neugeborene
- Bei stationärer Aufnahme psychologische Unterstützung durch unser hausinternes psychologisches Team
- Unterstützung bei der Suche nach ambulanten Hilfsangeboten durch unseren Sozialdienst
- Interdisziplinäre Betreuung des Neugeborenen in enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Neonatologie
Unterstützung über die medizinische Betreuung hinaus
Eine Abhängigkeitserkrankung betrifft häufig verschiedene Lebensbereiche. Deshalb vermitteln wir bei Bedarf weitere Unterstützung und stellen den Kontakt zu passenden Beratungs- und Hilfsangeboten her. Dazu gehören beispielsweise:
- ambulante Suchthilfe und weitere Hilfesysteme
- Familien- und Erziehungsberatungsstellen
- Netzwerkpartner der Frühen Hilfen
- Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten
- die Suchtambulanz der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Regensburg (MedBo)
- Selbsthilfegruppen
Vertrauliche Betreuung in der Schwangerschaft
Uns ist wichtig, dass Sie sich mit Ihren Fragen und Sorgen an uns wenden können. Unsere Sprechstunde bietet Raum für eine offene und vertrauliche Beratung – unabhängig davon, ob Sie bereits schwanger sind, einen Kinderwunsch haben oder sich wegen eines Suchtmittelkonsums Sorgen um Ihre Schwangerschaft machen.
Gemeinsam mit Ihnen entwickeln wir einen individuellen Betreuungsplan und stimmen die medizinische, psychologische und soziale Unterstützung auf Ihre persönliche Situation ab.
Häufige Fragen (FAQ)
Kann ich trotz einer Abhängigkeitserkrankung schwanger werden?
Ja. Eine Abhängigkeitserkrankung schließt eine Schwangerschaft grundsätzlich nicht aus. Wenn Sie schwanger sind oder einen Kinderwunsch haben, ist eine frühzeitige medizinische und psychosoziale Beratung besonders sinnvoll. Gemeinsam können wir mögliche Risiken besprechen und die Betreuung auf Ihre persönliche Situation abstimmen.
Kann ich mich auch bei einer Substitution in der Schwangerschaft betreuen lassen?
Ja. Frauen, die sich in einer Substitutionsbehandlung befinden, können in unserer Spezialsprechstunde geburtshilflich betreut werden. Die Substitution sollte nicht eigenständig beendet oder verändert werden. Gemeinsam mit den behandelnden Fachärztinnen und Fachärzten wird die Behandlung individuell auf die Schwangerschaft abgestimmt.
Sind Medikamente gegen eine Abhängigkeit in der Schwangerschaft erlaubt?
Ob und in welcher Form Medikamente während der Schwangerschaft eingenommen werden können, hängt vom jeweiligen Wirkstoff und der individuellen Situation ab. Auch eine bestehende Substitutions- oder psychopharmakologische Behandlung sollte nicht ohne ärztliche Rücksprache verändert oder abgesetzt werden. Wir beraten Sie zu möglichen Risiken und stimmen die Behandlung gemeinsam mit den beteiligten Fachbereichen ab.
Ist die Betreuung in der Spezialsprechstunde vertraulich?
Ja. Gespräche über Suchtmittelkonsum, Abhängigkeitserkrankungen und persönliche Lebenssituationen werden vertraulich behandelt. Uns ist wichtig, dass Sie offen über Ihre Situation sprechen können, damit wir Sie und Ihr Kind medizinisch bestmöglich unterstützen können.



