Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Pränatalmedizin in Regensburg

Gut begleitet durch die Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft ist eine besondere Zeit – und manchmal entstehen Fragen oder Unsicherheiten, wenn bei einer Untersuchung etwas genauer abgeklärt werden soll. Wir möchten Sie in dieser Situation kompetent, verständlich und persönlich begleiten.

In unserer Pränatalmedizin untersuchen wir die Entwicklung Ihres ungeborenen Kindes und können viele mögliche Auffälligkeiten bereits während der Schwangerschaft erkennen und genauer beurteilen. Wenn sich ein Befund zeigt, besprechen wir mit Ihnen in Ruhe, was er bedeutet und welche weiteren Untersuchungen oder Behandlungsmöglichkeiten sinnvoll sein können.

Dabei arbeiten unsere Fachärztinnen und Fachärzte eng mit Spezialistinnen und Spezialisten aus der Geburtshilfe, Kinder- und Jugendmedizin, Kinderchirurgie, Kinderurologie und weiteren Fachbereichen zusammen. Als universitäres Perinatalzentrum Level 1 können wir auch bei komplexen Schwangerschaften und Erkrankungen des ungeborenen Kindes die medizinische Expertise für die weitere Betreuung und die Geburt frühzeitig zusammenführen.

Unsere Fachärztinnen und Fachärzte sind nach DEGUM Stufe II qualifiziert. Unser Ziel ist es, Ihnen Sicherheit und Orientierung zu geben und gemeinsam mit Ihnen die bestmögliche Betreuung für Sie und Ihr Kind zu planen – während der Schwangerschaft, bei der Geburt und darüber hinaus.

Ersttrimester-Screening

Zwischen der 12. und 14. Schwangerschaftswoche kann ein Ersttrimester-Screening durchgeführt werden. Dabei untersuchen wir Ihr Kind mit hochauflösendem Ultraschall und beurteilen unter anderem die Nackentransparenz (Nackenfalte). Zusätzlich können bestimmte Hormone aus Ihrem Blut bestimmt werden.

Unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren, unter anderem Ihres Alters, lässt sich daraus eine individuelle Wahrscheinlichkeit für bestimmte Chromosomenstörungen berechnen. Die Untersuchung kann Ihnen helfen, eine persönliche Entscheidung darüber zu treffen, ob für Sie weiterführende Untersuchungen wie eine Chorionzottenbiopsie oder eine Fruchtwasseruntersuchung infrage kommen.

Im gleichen Zeitraum können wir – abhängig von Ihren individuellen Voraussetzungen – auch Ihr persönliches Risiko für eine Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) einschätzen. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite zu den hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen.

Feindiagnostik: Der differenzierte Organultraschall

Die große Mehrheit der Kinder kommt gesund zur Welt. Angeborene Fehlbildungen können jedoch bereits während der Schwangerschaft entstehen. Mit einer detaillierten Ultraschalluntersuchung können wir viele mögliche Auffälligkeiten frühzeitig erkennen und genauer beurteilen.

Beim differenzierten Organultraschall (Feindiagnostik) untersuchen wir die darstellbaren Organe und deren Strukturen und Funktionen. Zusätzlich beurteilen wir unter anderem das Wachstum Ihres Kindes, die Plazenta, die Fruchtwassermenge und die Nabelschnur.

Wenn bei Ihrem Kind eine Auffälligkeit festgestellt wird

Ein auffälliger Befund bedeutet nicht automatisch, dass Ihr Kind schwer erkrankt ist. Manche Auffälligkeiten bestätigen sich bei einer weiteren Untersuchung nicht oder haben eine deutlich bessere Prognose als zunächst vermutet.

Wenn sich tatsächlich Hinweise auf eine Erkrankung ergeben, stehen wir Ihnen mit unserem interdisziplinären Team zur Seite. Wir erklären Ihnen die Befunde verständlich, besprechen mögliche Untersuchungen und Behandlungsmöglichkeiten und beziehen – wenn erforderlich – weitere Spezialistinnen und Spezialisten ein. Gemeinsam planen wir die weitere Schwangerschaft, den geeigneten Geburtszeitpunkt und Geburtsmodus sowie die Versorgung Ihres Kindes nach der Geburt.

Unser Ziel ist es, Ihnen Sicherheit und Orientierung zu geben und gemeinsam mit Ihnen die nächsten Schritte zu planen.

Invasive Pränataldiagnostik

Wenn eine weiterführende Untersuchung medizinisch sinnvoll ist, können wir verschiedene invasive Verfahren anbieten. Je nach Fragestellung können dabei Plazentagewebe, Fruchtwasser oder Nabelschnurblut untersucht werden.

So können beispielsweise bestimmte genetische Erkrankungen genauer abgeklärt oder Hinweise auf eine Infektion des ungeborenen Kindes untersucht werden. Dazu zählen unter anderem Infektionen mit Cytomegalie, Toxoplasmose oder Parvovirus B19 (Ringelröteln).

Vor einer invasiven Untersuchung informieren wir Sie ausführlich über den Ablauf, die Aussagekraft und mögliche Risiken. Gemeinsam besprechen wir, ob die Untersuchung in Ihrer individuellen Situation sinnvoll ist.

Therapie im Mutterleib

Nicht jede Erkrankung des ungeborenen Kindes muss bis zur Geburt unbehandelt bleiben. Bei ausgewählten Erkrankungen und unter bestimmten Voraussetzungen können bereits während der Schwangerschaft therapeutische Maßnahmen durchgeführt werden.

Intrauterine Transfusion

Bei einer ausgeprägten Blutarmut des ungeborenen Kindes kann eine intrauterine Transfusion (IUT) notwendig werden. Dabei wird unter Ultraschallkontrolle über die Bauchdecke der Mutter Blut in die Nabelschnur übertragen. Die benötigte Blutmenge wird individuell für das Kind berechnet.

Shuntanlagen

Bei bestimmten Flüssigkeitsansammlungen im Körper des ungeborenen Kindes, beispielsweise im Brust- oder Bauchraum, können spezielle Drainagesysteme eingesetzt werden. Sie ermöglichen es, die Flüssigkeit in das Fruchtwasser abzuleiten und dadurch die Entwicklung des Kindes zu unterstützen.

Plasmaaustausch

In besonderen Situationen, beispielsweise bei einer sehr frühen und schweren Präeklampsie, kann ein Plasmaaustausch als Bestandteil eines individuellen Behandlungskonzepts eingesetzt werden. Dabei werden bestimmte Bestandteile des mütterlichen Blutes ausgetauscht. Ziel kann es sein, die Schwangerschaft unter geeigneten Voraussetzungen möglichst lange zu erhalten.

Spezialisierte Betreuung bei Risikoschwangerschaften

Als universitäres Perinatalzentrum Level 1 betreuen wir Schwangere mit besonderen Risiken oder komplexen Fragestellungen. Dazu gehören unter anderem:

  • Plazentastörungen: beispielsweise Narbenschwangerschaften oder eine Plazenta percreta
  • Mehrlingsschwangerschaften: individuelle Betreuung und Planung der Geburt
  • Frühgeburtlichkeit: Betreuung bei drohender Frühgeburt oder nach vorausgegangener extremer Frühgeburt

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist Pränatalmedizin?

Pränatalmedizin befasst sich mit der Untersuchung und Behandlung des ungeborenen Kindes während der Schwangerschaft. Dazu gehören unter anderem Ultraschalluntersuchungen, Feindiagnostik, weiterführende genetische Untersuchungen und – bei ausgewählten Erkrankungen – Therapien bereits vor der Geburt.

Was wird bei der Feindiagnostik untersucht?

Bei der Feindiagnostik werden die Organe und Strukturen des ungeborenen Kindes mit hochauflösendem Ultraschall detailliert untersucht. Zusätzlich werden unter anderem Wachstum, Plazenta, Fruchtwasser und Nabelschnur beurteilt.

Was passiert, wenn beim Ultraschall eine Auffälligkeit festgestellt wird?

Ein auffälliger Ultraschallbefund bedeutet nicht automatisch, dass Ihr Kind krank ist. Wir besprechen den Befund ausführlich mit Ihnen und entscheiden gemeinsam, ob weitere Untersuchungen erforderlich sind. Bei Bedarf ziehen wir Spezialistinnen und Spezialisten weiterer Fachbereiche hinzu.

Können Erkrankungen bereits vor der Geburt behandelt werden?

Bei bestimmten Erkrankungen ist eine Behandlung bereits während der Schwangerschaft möglich. Dazu gehören beispielsweise bestimmte Formen der kindlichen Blutarmut, Flüssigkeitsansammlungen oder Herzrhythmusstörungen. Ob eine Therapie infrage kommt, hängt von der jeweiligen Erkrankung und der individuellen Situation ab.

Was bedeutet die Qualifizierung nach DEGUM Stufe II?

Die DEGUM Stufe II ist eine besondere Qualifikation für Ärztinnen und Ärzte in der Ultraschalldiagnostik. Sie setzt umfassende Erfahrung und besondere Kenntnisse in der Durchführung und Beurteilung von Ultraschalluntersuchungen voraus.

Für Sie bedeutet das: Unsere entsprechend qualifizierten Fachärztinnen und Fachärzte verfügen über besondere Expertise in der pränatalen Ultraschalldiagnostik und können auch komplexe Fragestellungen und mögliche Auffälligkeiten bei der Entwicklung Ihres Kindes detailliert beurteilen.

Ein Job mit Herz – Ihre Karriere bei den BarmHERZigen Brüdern
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