Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Infektionserkrankungen in der Schwangerschaft

Individuelle Beratung und Betreuung

Infektionen können während der Schwangerschaft besondere Bedeutung haben, da manche Erreger von der Mutter auf das ungeborene Kind übertragen werden können. Gleichzeitig verlaufen viele Infektionen bei der Mutter ohne oder nur mit leichten Beschwerden.

In der Klinik St. Hedwig in Regensburg beraten und betreuen wir Schwangere bei bekannten oder vermuteten Infektionen. Je nach Erreger und Schwangerschaftswoche können gezielte Untersuchungen, eine engmaschige Überwachung und – wenn erforderlich – eine medikamentöse Behandlung notwendig sein. Dabei steht die Gesundheit von Mutter und Kind gleichermaßen im Mittelpunkt.

Bakterielle Infektionen und Vorbeugung von Frühgeburten

Bestimmte bakterielle Infektionen der Scheide können mit einem erhöhten Risiko für eine Frühgeburt verbunden sein. Eine gesunde Vaginalflora wird überwiegend von Milchsäurebakterien geprägt und trägt dazu bei, das Wachstum bestimmter Krankheitserreger zu begrenzen.

Bei Beschwerden oder entsprechenden Risikofaktoren können wir die Vaginalflora untersuchen. Dazu gehören je nach Fragestellung die Beurteilung des Beschwerdebildes, eine mikroskopische Untersuchung und die Bestimmung des vaginalen pH-Wertes.

Bei einer nachgewiesenen bakteriellen Infektion kann eine gezielte Behandlung erforderlich sein. Je nach Befund erfolgt diese ambulant oder während eines stationären Aufenthalts. Bei Bedarf können zusätzliche Untersuchungen im spezialisierten Labor durchgeführt werden.

Unser Ziel ist es, Infektionen frühzeitig zu erkennen und mögliche Risiken für Schwangerschaft und Geburt möglichst gering zu halten.

Virusinfektionen in der Schwangerschaft

Im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge werden in Deutschland bestimmte Infektionen routinemäßig untersucht. Dazu gehören unter anderem Röteln, HIV und Hepatitis B. Weitere Erreger können abhängig von der individuellen Situation relevant sein, beispielsweise Cytomegalievirus (CMV), Parvovirus B19 (Ringelröteln), Hepatitis C oder Herpes-simplex-Viren.

Viele Infektionen können bei der Mutter unbemerkt oder mit nur geringen Beschwerden verlaufen. Bei einem entsprechenden Verdacht oder erhöhten Risiko können deshalb gezielte Untersuchungen sinnvoll sein.

CMV (Cytomegalievirus)

Eine CMV-Infektion ist eine häufige Virusinfektion, die während der Schwangerschaft auf das ungeborene Kind übertragen werden kann. Eine angeborene CMV-Infektion kann unter anderem das Hörvermögen und die neurologische Entwicklung des Kindes beeinträchtigen.

Ein allgemeines CMV-Screening gehört in Deutschland derzeit nicht zur regulären Schwangerschaftsvorsorge. Bei einem konkreten Verdacht oder erhöhten Risiko beraten wir Sie ausführlich und können je nach Situation eine weiterführende Diagnostik anbieten.

Dazu gehören unter anderem spezialisierte Ultraschalluntersuchungen zur Beurteilung der kindlichen Entwicklung. Je nach Befund können weitere Untersuchungen, beispielsweise eine Fruchtwasseruntersuchung, in Betracht kommen. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt unter anderem vom Zeitpunkt und Verlauf der mütterlichen Infektion ab.

HIV in der Schwangerschaft

Eine frühzeitig erkannte HIV-Infektion kann heute sehr gut behandelt werden. Durch eine geeignete antiretrovirale Therapie und weitere auf die individuelle Situation abgestimmte Maßnahmen lässt sich das Risiko einer Übertragung des HI-Virus auf das Kind sehr deutlich reduzieren.

Wir bieten eine spezialisierte geburtshilfliche Mitbetreuung an und stimmen die Behandlung eng mit den jeweils erforderlichen infektiologischen Spezialisten ab. Unter geeigneten Voraussetzungen ist auch eine vaginale Geburt möglich.

Toxoplasmose

Eine Infektion mit dem Parasiten Toxoplasma gondii verläuft bei gesunden Erwachsenen häufig ohne Beschwerden. Bei einer erstmaligen Infektion während der Schwangerschaft kann der Erreger jedoch auf das ungeborene Kind übertragen werden und dort insbesondere Augen und Gehirn betreffen.

Bei einem entsprechenden Verdacht oder einer nachgewiesenen Infektion beraten wir Sie ausführlich und führen die erforderlichen Untersuchungen durch. Je nach Zeitpunkt und Befund kann eine medikamentöse Behandlung sinnvoll sein. Mit spezialisierten Ultraschalluntersuchungen überwachen wir die Entwicklung und mögliche Auswirkungen auf das ungeborene Kind. In bestimmten Situationen kann zusätzlich eine Fruchtwasseruntersuchung zur weiteren Abklärung angeboten werden.

Weitere Virus-Infektionen in der Schwangerschaft

Neben CMV, HIV und Toxoplasmose können je nach individueller Situation weitere Infektionen eine Rolle spielen, beispielsweise Ringelröteln (Parvovirus B19), Hepatitis B und C, Herpes-simplex-Infektionen oder Windpocken.

Welche Untersuchungen erforderlich sind und ob eine Behandlung notwendig ist, hängt vom jeweiligen Erreger, dem Zeitpunkt der Infektion und dem Schwangerschaftsverlauf ab. Wir beraten Sie individuell und stimmen die weitere Betreuung mit Ihnen ab.

Häufige Fragen (FAQ)

Welche Infektionen sind in der Schwangerschaft besonders wichtig?

Einige Infektionen können von der Mutter auf das ungeborene Kind übertragen werden und dadurch die Schwangerschaft oder die Entwicklung des Kindes beeinflussen. Dazu gehören unter anderem CMV (Cytomegalie), Toxoplasmose, Ringelröteln (Parvovirus B19), HIV, Hepatitis B und bestimmte Herpesviren. Welche Untersuchungen sinnvoll sind, hängt unter anderem vom Erreger, dem Zeitpunkt der Infektion und der Schwangerschaftswoche ab.

Welche Infektionen werden in der Schwangerschaft routinemäßig getestet?

Im Rahmen der regulären Schwangerschaftsvorsorge sind bestimmte Untersuchungen vorgesehen, unter anderem auf HIV, Hepatitis B und Rötelnimmunität. Weitere Tests, beispielsweise auf CMV, Toxoplasmose oder Parvovirus B19, können je nach persönlicher Situation, Beschwerden oder möglichem Kontakt mit einem Erreger sinnvoll sein. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt berät Sie, welche Untersuchungen in Ihrem Fall empfehlenswert sind.

Was bedeutet eine CMV-Infektion in der Schwangerschaft?

Eine CMV-Infektion verläuft bei der Mutter häufig ohne Beschwerden. Eine erstmalige Infektion während der Schwangerschaft kann jedoch auf das ungeborene Kind übertragen werden. Je nach Zeitpunkt und Verlauf kann eine angeborene CMV-Infektion unter anderem das Hörvermögen und die neurologische Entwicklung beeinträchtigen. Bei einem entsprechenden Verdacht sind eine gezielte Diagnostik und gegebenenfalls eine engmaschige Kontrolle möglich.

Wie kann ich mich in der Schwangerschaft vor CMV schützen?

CMV wird vor allem über Körperflüssigkeiten übertragen. Besonders relevant ist der Kontakt mit Speichel und Urin von Kleinkindern. Regelmäßiges und gründliches Händewaschen – insbesondere nach dem Wickeln oder Kontakt mit Körperflüssigkeiten – kann das Infektionsrisiko reduzieren. Auch das Teilen von Besteck, Trinkgefäßen oder Zahnbürsten mit Kleinkindern sollte vermieden werden.

Ist Toxoplasmose in der Schwangerschaft gefährlich?

Eine erstmalige Toxoplasmose-Infektion während der Schwangerschaft kann auf das ungeborene Kind übertragen werden. Mögliche Folgen betreffen insbesondere Augen und Gehirn. Eine Infektion der Mutter verläuft häufig ohne typische Beschwerden. Bei einem entsprechenden Verdacht kann durch Blutuntersuchungen und weitere gezielte Untersuchungen geklärt werden, ob eine Infektion vorliegt und ob eine Behandlung erforderlich ist.

Wie kann ich mich vor Toxoplasmose schützen?

Zum Schutz vor einer Toxoplasmose sollten Sie Fleisch gut durchgaren, Obst und Gemüse gründlich waschen und beim Umgang mit Erde Handschuhe tragen. Wenn möglich, sollte die Reinigung der Katzentoilette während der Schwangerschaft von einer anderen Person übernommen werden. Ist dies nicht möglich, sind Handschuhe und gründliches Händewaschen wichtig.

Sind Ringelröteln in der Schwangerschaft gefährlich?

Ringelröteln werden durch das Parvovirus B19 verursacht. Eine Infektion kann insbesondere in der ersten Hälfte der Schwangerschaft relevant sein, da sie beim ungeborenen Kind unter anderem eine Blutarmut auslösen kann. Bei einem möglichen Kontakt oder entsprechenden Beschwerden kann durch eine Blutuntersuchung festgestellt werden, ob eine Infektion besteht oder bereits Immunität vorliegt.

Was bedeutet eine HIV-Infektion für die Schwangerschaft?

Wird eine HIV-Infektion frühzeitig erkannt und behandelt, lässt sich das Risiko einer Übertragung auf das Kind heute sehr stark reduzieren. Die Schwangerschaft und Geburt werden individuell geplant und interdisziplinär begleitet. Unter geeigneten Voraussetzungen ist auch eine vaginale Geburt möglich.

Kann ich trotz einer Infektion mein Kind natürlich zur Welt bringen?

Das hängt von der jeweiligen Infektion, ihrem Verlauf, der Schwangerschaftswoche und der Behandlung ab. Viele Infektionen schließen eine vaginale Geburt nicht grundsätzlich aus. Bei bestimmten Infektionen können jedoch besondere Maßnahmen rund um die Geburt erforderlich sein. Die Entscheidung wird individuell gemeinsam mit Ihnen und dem behandelnden Team getroffen.

Was soll ich tun, wenn ich Kontakt zu einer Person mit einer Infektion hatte?

Wenn Sie während der Schwangerschaft möglicherweise mit einem Erreger in Kontakt gekommen sind, sollten Sie dies zeitnah mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt besprechen. Je nach Erreger und Zeitpunkt des Kontakts können eine Blutuntersuchung, weitere Diagnostik oder Kontrollen sinnvoll sein. Auch wenn Sie keine Beschwerden haben, kann eine Abklärung wichtig sein.

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