Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Frühgeburtlichkeit

Frühgeburt frühzeitig erkennen und bestmöglich begleiten

Eine drohende Frühgeburt kann für werdende Eltern mit vielen Sorgen und Fragen verbunden sein. Wenn sich Anzeichen für eine Frühgeburt zeigen oder bereits in einer früheren Schwangerschaft eine Frühgeburt aufgetreten ist, sind eine frühzeitige Diagnostik und eine individuelle Betreuung besonders wichtig.

Eine Frühgeburt ist eine Geburt vor der 37. Schwangerschaftswoche. Je früher ein Kind geboren wird, desto unreifer sind seine Organe und desto umfassender kann die medizinische Unterstützung nach der Geburt sein.

Nicht jede Frühgeburt lässt sich verhindern. Bestimmte Risiken können jedoch frühzeitig erkannt und behandelt werden. In unserer Pränatalmedizin beraten und betreuen wir Sie individuell und besprechen mit Ihnen, welche Maßnahmen in Ihrer Situation sinnvoll sind.

Frühgeburt vorbeugen: Cerclage, Muttermundsverschluss und Pessar

Bei einem erhöhten Risiko für eine sehr frühe Frühgeburt können vorbeugende Maßnahmen infrage kommen. Welche Behandlung geeignet ist, hängt unter anderem von Ihrer Vorgeschichte, der Länge und Beschaffenheit des Gebärmutterhalses sowie dem aktuellen Schwangerschaftsverlauf ab.

Cerclage

Eine Cerclage ist eine operative Umschlingung des Gebärmutterhalses mit einem speziellen Band. Sie kann insbesondere bei bestimmten Risikokonstellationen eingesetzt werden, beispielsweise wenn in einer früheren Schwangerschaft eine sehr frühe Frühgeburt oder ein Verlust des Kindes vor der 24. Schwangerschaftswoche aufgetreten ist.

Auch wenn sich der Gebärmutterhals bereits früh in der Schwangerschaft deutlich verkürzt oder sich die Fruchtblase in den Gebärmutterhals vorwölbt, kann eine Cerclage in ausgewählten Fällen sinnvoll sein.

Totaler Muttermundsverschluss

Bei bestimmten Risikosituationen kann ein totaler Muttermundsverschluss eine Möglichkeit sein, um das Risiko einer sehr frühen Frühgeburt zu reduzieren. Ob dieses Verfahren für Sie infrage kommt, prüfen wir individuell anhand Ihrer persönlichen Vorgeschichte und des Schwangerschaftsverlaufs.

Pessar

Eine operative Behandlung ist nicht immer notwendig. In bestimmten Situationen kann auch ein Pessar eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um einen speziellen Ring, der den Gebärmutterhals unterstützen kann.

Welche Maßnahme für Sie geeignet ist, besprechen wir ausführlich mit Ihnen. Dabei berücksichtigen wir Ihre individuelle Situation und wägen den möglichen Nutzen und die Risiken gemeinsam ab.

Wenn eine Frühgeburt droht

Wenn sich Anzeichen für eine drohende Frühgeburt zeigen, ist eine rasche und umfassende medizinische Einschätzung wichtig. Je nach Schwangerschaftswoche und Ursache können unterschiedliche Maßnahmen notwendig sein.

Wir beurteilen unter anderem den Zustand des Gebärmutterhalses, mögliche Wehentätigkeit und den Zustand Ihres Kindes. Wenn eine Geburt möglicherweise bevorsteht, planen wir die weitere Betreuung gemeinsam mit Ihnen und bereiten Sie und Ihr Kind bestmöglich auf die Geburt vor.

Je nach Schwangerschaftswoche und individueller Situation können beispielsweise Medikamente zur Unterstützung der kindlichen Reifung oder weitere Maßnahmen notwendig sein. Bei einer sehr frühen drohenden Geburt beziehen wir frühzeitig die Neonatologie in die Betreuung ein.

Wenn eine Frühgeburt nicht mehr verhindert werden kann

Manchmal lässt sich eine Frühgeburt trotz aller Maßnahmen nicht verhindern oder eine Geburt ist aus medizinischen Gründen notwendig. In dieser Situation sind Sie bei uns umfassend vorbereitet.

Als Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe (Level 1) sind wir auf die Betreuung von Schwangeren mit hohem Risiko sowie auf die Versorgung sehr früh und schwer erkrankter Neugeborener spezialisiert.

Geburtshelferinnen und Geburtshelfer, Hebammen und Neonatologinnen und Neonatologen arbeiten eng zusammen. Wenn erforderlich, können weitere Fachbereiche hinzugezogen werden. So können wir die Versorgung Ihres Kindes bereits vor der Geburt gemeinsam planen und unmittelbar nach der Geburt die notwendige medizinische Betreuung sicherstellen.

Unser Ziel ist es, Ihnen auch in einer belastenden Situation Sicherheit und Orientierung zu geben und Sie und Ihr Kind medizinisch bestmöglich zu begleiten.

Häufige Fragen (FAQ)

Ab wann gilt eine Geburt als Frühgeburt?

Von einer Frühgeburt spricht man, wenn ein Kind vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche geboren wird. Je früher die Geburt stattfindet, desto höher ist in der Regel der medizinische Unterstützungsbedarf des Kindes.

Kann eine Frühgeburt verhindert werden?

Nicht jede Frühgeburt lässt sich verhindern. Wenn bestimmte Risikofaktoren frühzeitig erkannt werden, können jedoch Maßnahmen dazu beitragen, das Risiko einer sehr frühen Frühgeburt zu reduzieren. Dazu können je nach Situation beispielsweise eine Cerclage, ein Muttermundsverschluss oder ein Pessar gehören.

Wann wird eine Cerclage eingesetzt?

Eine Cerclage kann bei bestimmten Risikokonstellationen eingesetzt werden, beispielsweise bei einer entsprechenden Vorgeschichte oder wenn sich der Gebärmutterhals bereits früh in der Schwangerschaft deutlich verkürzt. Ob eine Cerclage sinnvoll ist, wird immer individuell entschieden.

Was ist ein Muttermundsverschluss?

Beim totalen Muttermundsverschluss wird der Muttermund operativ verschlossen. Das Verfahren kann bei bestimmten Risikosituationen eine Möglichkeit sein, das Risiko einer sehr frühen Frühgeburt zu reduzieren.

Was bedeutet Perinatalzentrum Level 1 für mein Baby?

Ein Perinatalzentrum Level 1 ist auf die Betreuung von Schwangerschaften mit besonders hohem Risiko und die Versorgung sehr früh geborener oder schwer erkrankter Neugeborener spezialisiert. Dadurch können Geburtshilfe, Pränatalmedizin und Neonatologie eng zusammenarbeiten und die Versorgung des Kindes frühzeitig planen.

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