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Epilepsie-Ambulanz für Kinder: Qualität erneut bestätigt!

(15.04.2026)

Unsere Epilepsie-Ambulanz für Kinder und Jugendliche an der Klinik St. Hedwig wurde erfolgreich re-zertifiziert. Familien in Ostbayern können damit weiterhin auf eine exzellente und wohnortnahe Versorgung vertrauen.

„Er ist ein richtiger `Hans-guck-in-die-Luft` geworden“, berichtet Mutter Kathrin* über ihren 7-jährigen Sohn Lorenz* (*Namen geändert) beim Arzttermin. Auch die Lehrerin beschreibe den Erstklässler als unkonzentriert, manchmal reagiere er gar nicht auf ihre Aufforderungen. Die Kinderärztin hat den Jungen anders in Erinnerung, hakt nach und schickt die Familie schließlich zur weiteren Abklärung in unsere KUNO Klinik St. Hedwig. Ist Lorenz einfach ein verträumtes Kind oder steckt mehr dahinter?

Zertifizierung der Epilepsie-Ambulanz für Kinder und Jugendliche an der KUNO Kinderklinik St. Hedwig
Spezialisten für kindliche Epilepsie: Dr. Johannes Leister, Dr. Stefanie Auer und Privatdozent Dr. Tobias Geis (v.l.n.r.) freuen sich über die erfolgreiche Re-Zertifizierung der Epilepsie-Ambulanz der KUNO Klinik St. Hedwig.

In unserer Regensburger Kinderklinik kennt man sich mit solchen Fragestellungen bestens aus. Hier sitzen Expertinnen und Experten für das kindliche Gehirn. Der Leiter unserer Abteilung für neuropädiatrische Erkrankungen Privatdozent Dr. Tobias Geis erklärt: „Natürlich gibt es kleine Tagträumerinnen und Tagträumer. Aber fallen im Gespräch mit den Eltern Begriffe wie `starrer Blick` oder `kurze Aussetzer`, hören wir genau hin.“ Denn was Laien oft als mangelnde Aufmerksamkeit oder eine kindliche Marotte interpretieren, können auch Hinweise auf eine spezielle Form der Epilepsie sein. 

Hohe Standards durch Zertifizierung bestätigt

In unserer Epilepsie-Ambulanz für Kinder und Jugendliche sieht man sich Lorenz genauer an. Erst vor kurzem wurde die Spezialambulanz von der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie re-zertifiziert. Außerdem ist in der Hedwigsklinik eines von bayernweit nur fünf zertifizierten Epilepsie-Zentren beheimatet. Dem Team um Dr. Geis wird damit bescheinigt, dass es auf dem neuesten Stand der Wissenschaft arbeitet und Abklärung, Diagnose und Therapie von Epilepsie speziell auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen zugeschnitten sind. Das ist wichtig, denn frühzeitig erkannt und optimal behandelt stehen die Prognosen bei kindlicher Epilepsie oftmals sehr gut. 

Nach einem ausführlichen Gespräch mit Kind und Eltern und Durchführung einer EEG-Untersuchung zur Messung der Hirnströme steht fest: Lorenz leidet an einer Absence-Epilepsie. Bei dieser häufigen kindlichen Form der Epilepsie sehen die typischen Anfälle anders aus und können in Einzelfällen nur schwer zu erkennen sein. „Andersherum ist bei Kindern nicht jeder Krampfanfall ein Zeichen für eine langfristige neurologische Erkrankung“, so Dr. Geis.  

Das Kind in seiner Entwicklung und die ganze Familie im Blick

Jährlich werden in der KUNO Klinik St. Hedwig rund 1.500 EEG-Ableitungen zur Abklärung von Fällen wie dem von Lorenz durchgeführt. Unsere Ärztinnen und Ärzte kümmern sich um Neugeborene bis hin zu fast erwachsenen Teenagern. Bei Bedarf kann das Team auf Diagnoseinstrumente wie ein Schlaf-EEG, ein Langzeit-EEG, eine MRT-Untersuchung oder spezielle Labordiagnostik aus dem Blut oder Nervenwasser zurückgreifen. Als Neuropädiater wissen sie um die Besonderheiten der kindlichen Epilepsie und sind oftmals zurückhaltender in der medikamentösen Therapie als Neurologen in der Behandlung von Erwachsenen. „So beängstigend die Krampfanfälle für Außenstehende aussehen, sie hinterlassen in der Regel keine bleibenden Schäden. Dennoch ist unser Hauptziel Krampfanfälle zu vermeiden, auch um Stürze und Verletzungen zu verhindern“, führt Dr. Geis aus. Die Auswahl und Dosierung der Medikamente erfolgt deshalb mit Augenmaß, wird kontinuierlich überprüft und an Alter und Entwicklungsstand der Kinder und Jugendlichen angepasst. Die Familien sind eng mit einbezogen, das Team berät und hilft bei Alltagsherausforderungen, zum Beispiel zu Kindergarten- und Schulbesuch und bietet bei Bedarf auch psychologische Unterstützung an.

Gute Prognosen

Lorenz und seine Familie kommen nach dem ersten Schock mittlerweile gut mit der Krankheit zurecht. Wie zwei Drittel aller behandelten Kinder konnte der Junge medikamentös so eingestellt werden, dass er anfallsfrei ist. Viele der Kinder mit kindlichen Epilepsiesyndromen wachsen außerdem aus der aktiven Epilepsie im wahrsten Wortsinn heraus. Für Dr. Geis ist das vielleicht das Schönste an seiner Arbeit: „Wir sind Kinder- und Jugendärzte geworden, weil wir einfach gerne mit gerne mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Wenn wir bei einer Krankheit wie Epilepsie berechtigt darauf hoffen können, dass sich unsere jungen Patientinnen und Patienten mit unserer Unterstützung gut entwickeln und die Familien einen weitgehend normalen Alltag leben dürfen, dann erfüllt uns das mit tiefer Freude.“