Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin

Neugeborenenmedizin - Neonatologie

In der Neonatologie geht es um alle neugeborenen Kinder: gesunde und kranke, reife sowie frühgeborene Kinder — und ihre Mütter, Väter und Familien.

Unser hoch spezialisiertes Team der Neonatologie in der Klinik St. Hedwig  ist in der Lage nahezu alle angeborenen und erworbenen Erkrankungen Neugeborener qualifiziert zu behandeln. In unserer Abteilung für Neonatologie arbeiten rund 120 Ärztinnen, Ärzte, Pflegende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Technik, Organisation und psychosozialer Versorgung jeden Tag Hand in Hand, für jedes Kind die beste Pflege und Therapie sicherzustellen.

Darüber hinaus ist unsere Abteilung für Neonatologie interdisziplinär  mit Spezialisten anderer Abteilungen und Einrichtungen aus allen medizinischen Bereichen  vernetzt. So finden wir für die Neugeborenen und ihre Familien auch in komplexen und schwierigen Situationen gemeinsam rasch die passenden Lösungen.

Zusammen mit der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in der Klinik St. Hedwig bildet die Neonatologie das Universitäre Perinatalzentrum Regensburg und bietet mit der höchsten Versorgungsstufe (Level 1) alle  Bedingungen eines Zentrums der Maximalversorgung.

Kontakt

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: neonatologie@barmherzige-regensburg.de
Unser Team

NEONATOLOGY for English Speaker

Dear Visitor,
Welcome to the website of our Department of Neonatology. Please accept our apologies that at the moment only our site on “Research / Forschung” is in English.
Please feel free to contact our secretary in case you need further information: neonatologie@barmherzige-regensburg.de

UNSER PFLEGEKONZEPT: intensiver Eltern-Kind-Kontakt

Die Intensivmedizin kann die Entwicklung eines ungeborenen Kindes im Mutterleib nicht ersetzen und sollte mit Bedacht eingesetzt werden, um beispielsweise stressauslösende Reize wie helles Licht, Lärm und inadäquate Berührungen zu vermeiden. Die Grundlage unseres Pflegekonzeptes für die tägliche Fürsorge ihres Kindes ist ganzheitlich, am Kind orientiert und entwicklungsfördernd. Unsere Klinik orientiert sich an den Kriterien eines Konzeptes, welches unter Experten „Neonatal Individualized Developmental Care and Assessment Programm (NIDCAP)“ heißt und von Professor Dr. Heidelise Als an der Harvard Medical School in Boston, USA, entwickelt wurde.

Einbeziehung der Eltern: Ganz wichtig ist uns, die Eltern in die Versorgung ihres Kindes mit einzubeziehen und einen intensiven Eltern-Kind-Kontakt zu schaffen, der für eine optimale Entwicklung des Frühgeborenen essentiell ist. Eine Bezugspflegekraft betreut hierbei hauptsächlich Ihr Kind. Sie als Eltern werden so früh wie möglich und sobald es die Gesundheit Ihres Kindes zulässt, zunehmend in  die Pflege einbezogen. Ihre Anwesenheit und Teilnahme als Eltern ist wichtiger Baustein für eine gute Entwicklung, auch wenn Ihr Kind noch sehr klein oder krank ist. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für den Heilungsprozess und die Etablierung der Eltern-Kind-Bindung durch Bonding. Sie und die Mitarbeiter der Neonatologie bilden ein Team und organisieren gemeinsam die weiteren Schritte, die notwendig sind, damit sich Ihr Kind bestmöglich entwickeln kann

Sehr wichtig ist deshalb auch, dass Sie bestimmte Regeln der Hygiene und eine gründliche Desinfektion der Hände beachten. Unsere Pflegekräfte informieren  Sie dazu ausführlich. Gerne können Sie das Umfeld Ihres Babys persönlich gestalten, indem Sie Ihrem Kind eine Spieluhr oder ein Kuscheltuch mitbringen. Vielleicht möchten Sie ihm ja auch auf CD oder MP3 etwas Musik oder Grüße von daheim vorspielen.

Ernährung des Babys und Stillen: Für alle Neugeborenen ist Muttermilch die beste Ernährung. Wir unterstützen Sie daher gerne beim Stillen. Und falls die eigene Muttermilch gerade am Anfang noch nicht reicht, haben wir in der Klinik eine eigene Frauenmilchbank, um nach Rücksprache mit Ihnen Ihrem Kind Spenderinnenmilch anbieten zu können. Auch Mütter, die nicht stillen wollen oder können, bekommen von uns jegliche Hilfe. Kranke und sehr kleine Babys können oft nicht an der Brust trinken. Wir helfen Ihnen daher gerne beim Abpumpen Ihrer Muttermilch. Sie bekommen von uns sterile Einmalpumpsets. Selbstverständlich können Sie auch zu Hause abpumpen und Ihre Milch mitbringen. Sollte Ihr Kind noch zu klein oder krank sein, um selbständig an der Brust oder aus dem Fläschchen zu trinken, so wird Ihre Milch Ihrem Kind vorübergehend mit Hilfe einer Sonde gefüttert. Manchmal ist aufgrund von Frühgeburtlichkeit oder schwerer Erkrankung die Gabe von Muttermilch für einige Tage gar nicht oder nur teilweise möglich. Dann erfolgt die Ernährung über eine Infusionsernährung über das Blut und wird sobald wie möglich schrittweise umgestellt. 

Unsere erfahrenen Kinderkrankenschwestern informieren Sie hierzu und beraten Sie gerne rund um das Thema Stillen, Abpumpen und Füttern. Sprechen Sie uns bitte an.

MEDIZINISCHE SCHWERPUNKTE

Frühgeborene aller Altersstufen

Dank des stetigen medizinischen Fortschritts haben heute auch sehr kleine und unreife Frühgeborene (ab > 22 Schwangerschaftswochen) zunehmend gute Überlebenschancen und gute Perspektiven für eine gesunde Entwicklung. Neben der Spitzenmedizin aller beteiligten Fachpersonen in unserem Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe (Level 1) ist die Einbeziehung der Eltern und die Förderung der Elternkompetenz und Eltern-Kind-Bindung insbesondere bei sehr kleinen und unreifen Frühgeborenen unerlässlich für eine gute Entwicklung des Kindes und der gesamten Familie. Da eine Frühgeburt für deren gesamte Familie sehr belastend ist, stehen speziell geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits vor der Geburt zur Unterstützung zur Verfügung (Sozialdienst,Physiotherapeuten Psychologinnen, Elternbegleitung und Seelsorge) und begleiten die Familien auch nach der Entlassung nach Hause wenn entsprechender Bedarf vorliegt (Harlekin-Nachsorge und sozialmedizinische Nachsorge Bunter Kreis).

Wenn es unerwartet anders läuft

Geburtsasphyxie: Trotz unauffälliger Schwangerschaft und optimaler Überwachung kann es unter der Geburt plötzlich zu einem Sauerstoffmangel des Kindes kommen (Asphyxie). Dies kann zu einer Schädigung verschiedener Organe führen einschließlich der des Gehirns (hypoxisch-ischämische Enzephalopathie), die zu einer körperlichen und geistigen Entwicklungsstörung führen kann. Entscheidend ist deshalb im Fall eines schweren Sauerstoffmangels unter der Geburt, dass das Neugeborene sofort medizinisch versorgt wird, um die lebenswichtigen Organfunktionen zu unterstützen und den Schädigungen entgegen zu wirken (z.B. durch künstliche Beatmung). Zeigen sich in der neurologischen Spezialdiagnostik auf der neonatologischen Intensivstation Hinweise für eine Gehirnschädigung, kann durch eine zügig initiierte kontrollierte Ganzkörperkühlung über drei Tage der Gehirnschaden minimiert und damit das Risiko für Langzeitfolgen nachweislich vermindert werden.

Atemnotsyndrom: Bei allen Neugeborenen kann der Beginn der Atmung nach der Geburt gestört sein. Dies ist bei Frühgeborenen und Kindern nach frühem Kaiserschnitt aufgrund der unreifen Lunge oder der raschen Geburt  der Fall. Aber auch bei Termingeborenen können verschiedene Ursachen zu einem Atemnotsyndrom führen und sofortige Hilfe erforderlich machen. In vielen Fällen ist nur eine vorübergehende Atemhilfe und Sauerstoffgabe auf der neonatologischen Intensivstation erforderlich, in manchen Fällen auch eine künstliche Beatmung und selten auch die Anwendung spezieller Techniken (z.B. Stickstoffmonoxidbeatmung). Unsere Intensivstation ist ausgestattet, um das gesamte Erkrankungsspektrum sowie alle Alters- und Gewichtsklassen unserer Patienten mit passenden Beatmungsverfahren zu versorgen, inklusive der Hochfrequenzbeatmung.

Infektion und Sepsis: Unter der Geburt und in den ersten Lebenstagen sind Neugeborene besonders anfällig für Infektionen, die sich schnell im ganzen Körper ausbreiten können und zu einer Sepsis (Blutvergiftung) führen können. Deshalb ist schon bei ersten Hinweisen auf eine Infektion bei Neugeborenen eine rasche Diagnostik und stationäre Behandlung meist mit Antibiotika über die Vene erforderlich. In seltenen Fällen, z.B. bei Corona Infektionen, ist eine Isolation erforderlich. Dank verschiedener Isolationszimmer mit Schleusenfunktion können wir auch Neugeborene mit hochansteckenden Erregern sicher behandeln.

Neugeborene mit angeborenen Fehlbildungen und Erkrankungen

In enger Zusammenarbeit mit den Kliniken und Abteilungen der Geburtshilfe, Kinderchirurgie, Kinderurologie und Kinderanästhesie in der Klinik St. Hedwig können bei uns die meisten angeborene Fehlbildungen ab der Schwangerschaft betreut und nach der Geburt operiert und intensivmedizinisch versorgt werden.

Unser Angebot umfasst die interdisziplinäre Versorgung folgender Fehlbildungen. Weitere Informationen finden sich auf den Seiten der Kinderchirurgie und Kinderurologie der KUNO Klinik St. Hedwig:

Gehirn und Rückenmark: Hierzu gehören beispielsweise ein Hydrocephalus (Wasserkopf) oder eine Spina bifida (offener Rücken). Ein Hydrocephalus ist eine krankhafte Erweiterung der Hirnwasserräume (Liquorräume) im Gehirn. Dadurch kommt es zu einem übermäßigen Wachstums des Schädels und bei Bedarf ist eine künstliche Ableitung (Shunt) des aufgestauten Gehirnwassers notwendig, um den schädigenden Druck auf das Gehirn zu vermindern. Eine Spina bifida (offener Rücken) ist eine Fehlbildung der Wirbelsäule und des Rückenmarks. In der Embryonalentwicklung fehlt der komplette Verschluss von Wirbelsäule und Rückenmark, so dass sich meist im unteren Teil der Wirbelsäule Nerven und Rückenmarksteile vorwölben. Eine Lähmung der unteren Körperhälfte ist häufig die Folge. Ein rascher operativer Verschluss ist notwendig.

Verdauungstrakt: Hierzu gehören angeborene Verschlüsse von Teilen des Verdauungstraktes wie beispielsweise der Speiseröhre (Ösophagusatresie), des Zwölffingerdarms (Duodenalatresie) oder am Darmausgang (Analatresie). Bei der Ösophagusatresie besteht meistens gleichzeitig eine Verbindung zur Luftröhre. Deshalb fallen die Kinder direkt nach der Geburt häufig nicht nur durch Schluckstörungen auf sondern oft auch durch Atemprobleme. Bei fast allen Fehlbildungen des Verdauungstraktes muss in der Regel in den ersten Lebenstagen eine operative Behandlung erfolgen.

Zwerchfelllücke (Zwerchfellhernie): Das Zwerchfell trennt den Brustkorb von der Bauchhöhle. Bei einer angeborenen, meist einseitigen Lücke im Zwerchfell kommt es zu einer Verlagerung von Bauchorganen in den Brustkorb. Die Lunge wird verdrängt und entwickelt sich oft nicht normal. Deshalb folgt nach der Geburt zunächst die Stabilisierung der Atemsituation meist mittels künstlicher Beatmung unter Anwendung spezieller Techniken (z.B. Stickstoffmonoxidbeatmung) und nach einigen Tagen der operative Verschluss der Zwerchfellhernie. Um das Risiko für schwere Verläufe vor der Geburt abschätzen zu können, werden bei der Schwangeren Kernspinuntersuchungen (MRT) der kindlichen Lunge in unserem Perinatalzentrum durchgeführt.

Nieren und Harnwege: Für die operative Behandlungen von angeborenen Fehlbildungen und Abflussstörungen im Bereich der Nieren und der Harnwege (Hydronephrose, Ureterabgangsstenose, Megaureter, Blasenfehlbildungen, Harnröhrenklappen, etc.) stehen die Kollegen der Kinderurologie jederzeit zur Verfügung.

Herz:
Kardiologie für Kinder und Jugendliche der KUNO Klinik St. Hedwig.

Lunge:
Pneumologie für Kinder und Jugendliche der KUNO Klinik St. Hedwig.

Neurologischen Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen: Verschiedene Erkrankungen des Gehirns, der Nerven oder Muskeln können zu neurologischen Problemen wie beispielsweise zu Krampfanfällen, Trinkproblemen oder einem gestörten Bewegungsmuster beim Neugeborenen führen. Zusammen mit den Kollegen der Neuropädiatrie werden diese Kinder bei uns betreut und behandelt. Stoffwechselstörungen wie zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion können sowohl einzelne Organe als auch den ganzen Organismus betreffen. Ein Teil dieser Erkrankungen kann heutzutage durch das Stoffwechselscreening noch vor dem Ausbrechen erkannt werden. Manche  Stoffwechselstörungen können betroffene Kinder schwer krank machen und bedürfen einer unmittelbaren Notfalltherapie.
Neuropädiatrie der KUNO Klinik St. Hedwig.

Neugeborenen-Transportdienst

Kommt es in auswärtigen Geburtskliniken oder bei einer Hausgeburt unserer Großregion mit Stadt und Landkreis Regensburg sowie den umliegende Landkreisen Cham, Straubing, Kelheim, Neumarkt und Schwandorf zu einem Notfall beim Neugeborenen, so wird unser Neugeborenennotarzt-Team alarmiert, bestehend aus einem Arzt und einer Krankenschwester der Intensivstation, übernimmt die notfallmäßige Versorgung vor Ort und den anschließenden Transport in die Kinderklinik.

RESEARCH / FORSCHUNG

Welcome to our research group in Regensburg on birth medicine in the broadest sense by including the three medical disciplines Obstetrics, Neonatology and Paediatrics (Regensburg Birth Medicine 3, RBM3). The first 1000 days of life, the time from conception until a child’s second birthday, is the basis for the entire lifespan. In fact, nutrition and nurture during the first 1000 days determine largely how the genetic makeup can be facilitated to health, resilience and success in whole life. In our research group on fetal and neonatal stress response we focus on the developing brain and the circulatory system and strive to improve neurodevelopment especially when damage to the brain complicated the start to life. The complex interaction between perception and cognition in early life presents an important starting point for various interventions involving care givers and in particular parents to improve long term outcome.

Research group members at the Department of Neonatology, Regensburg

Prof. Dr. Sven Wellmann, research group leader
Dr. Holger Michel
Dr. Verena Lehnerer
Anna Roidl
Julia Preßler
Kai Schumacher
Katja Kürner
Franziska Petermeier

Main research projects of our research group

Blood biomarkers for monitoring brain integrity. Neuro-axonal damage is the pathological substrate of permanent disability in various neurological disorders. Neurofilament light chain (NfL), a neuron specific scaffolding protein, can be quantified in serum and cerebrospinal fluid, and has been proposed as a biomarker for brain injury. We test NfL usability in various neurological diseases of neonates and older children. 

Goeral K and Wellmann S et al. J Neurol, 2021 (PMID: 33566157)

Multimodal monitoring of circulatory system activity in the neonatal period. We apply new monitoring devices and biomarkers to observe changes in preterm infants e.g. evolution of patent ductus arteriosus and to test novel mathematical algorithms for early prediction e.g. of infections. Dr. H. Michel is leading this research project.

Simma A and Michel et al., Neonatology, 2020 (PMID: 33181513)

Basic research program on neuroprotection: Investigating the beneficial action of therapeutic hypothermia (TH) for hypoxic-ischemic encephalopathy (HIE) in neonates to identify molecular mechanisms which can be used clinically in HIE and other diseases of severe brain damage in children and adults, e.g. in stroke. The RNA-binding motif protein 3 (RBM3) is an important mediator of neuroprotection afforded by TH and is inactivated in patients suffering from neurodegeneration. Thus, RBM3 is a promising candidate for disease monitoring and drug development.  

Ávila-Gómez P and Wellmann S et al., Brain Commun, 2021 (PMID: 33585816)
Zhu X and Wellmann S et al., Nat Commun, 2019 (PMID: 31484925)

The Lacarus trial is a randomized placebo-controlled multicenter and investigator initiated trial aiming to improve neonatal and maternal outcome by inducing mild labor before elective cesarean section.

Study registration: Clinicaltrials.gov NCT03693885
Publication of study protocol: Wellmann S et al., Neonatology, 2021 (PMID: 33472211)
Publication of pilot study data: Wellmann S et al., Obstet Gynecol, 2016 (PMID: 27607861)

The EpoRepair trial is a randomized placebo-controlled multicenter and investigator initiated trial aiming to improve neurodevelopmental outcome of extremely preterm infants suffering from severe brain damage by administering high-dose erythropoietin in the first four weeks of life.

Study registration: Clinicaltrials.gov NCT02076373
Publication of study protocol: Rüegger C and Wellmann S et al., Neonatology, 2015 (PMID: 26278911).

Additional information is given on the study website www.eporepair.ch

For more information on research and educational activities involving Prof. Sven Wellmann you may visit the website of the European Society for Paediatric Research (www.espr.eu).

Please feel free to contact our secretary in case you have any questions: neonatologie@barmherzige-regensburg.de

Ein Job mit Herz – Ihre Karriere bei den BarmHERZigen Brüdern
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