Klinik für Frauenheilkunde und Gynäkologie

Harnwege

Belastungsinkontinenz

Harninkontinenz, umgangssprachlich auch „Blasenschwäche“ bezeichnet den unwillkürlichen, nicht gewollten Verlust von Urin aus der Harnblase. Obwohl Schätzungen zufolge jede dritte bis vierte Frau in ihrem Leben unterschiedlich lange an einer Harninkontinenz leidet, ist sie für die Betroffenen vielfach noch ein Tabuthema. Die sog. Belastungsinkontinenz (Stressinkontinenz) ist die häufigste Form.  Charakteristisch dabei ist ein Urinverlust bei körperlicher Belastung, die zur Druckerhöhung in der Harnblase führt. Ursächlich sind meist eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur sowie ein gestörter Verschlussapparat der Harnröhre, die durch vorangegangene Schwangerschaften und Geburten, schwere körperliche Belastung, chronischen Husten oder Adipositas bedingt sein können.

Beim Husten, Lachen, Niesen oder auch sportlicher Aktivität kommt es zum ungewollten Urinverlust. Oft ist es hilfreich, über einige Tage ein sog. Miktionstagebuch zu führen, in dem eingetragen wird, wann und wie oft die Toilette aufgesucht wird, wieviel Flüssigkeit man zu sich nimmt und in welchen Situationen es zur Inkontinenz kommt. Eine gynäkologische Untersuchung versucht, begleitende Senkungszustände und die Stärke der Beckenmuskulatur zu erfassen. Durch eine sog. urodynamische Untersuchung kann die Funktion des Organs „Harnblase“ besser beurteilt werden. So werden unter anderem der Blaseninnendruck, die Kapazität und der Verschlussdruck der Harnröhre gemessen. Eine Restharnbestimmung gibt Auskunft darüber, ob die Harnblase vollständig entleert werden kann. Die Durchführung einer Blasenspiegelung ist speziellen Situationen vorbehalten und eher selten erforderlich.

Erster Schritt kann eine konservative Therapie sein. Ein intensives Beckenbodentrainung unter fachkundiger physiotherapeutischer Anleitung kann zu einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden führen. Dabei ist es jedoch wichtig, die erlernten Übungen regelmäßige auch eigenständig zu Hause fortzuführen. Es braucht jedoch Geduld, ein Erfolg stellt sich oft erst nach wenigen Monaten ein. Auch eine Elektrostimulationstherapie kann erfolgreich sein. Übergewichtige Frauen können durch eine deutliche Reduktion des Körpergewichtes eine Verbesserung erreichen. Begleitend kann eine lokale Östrogentherapie (wenn keine medizinischen Gründe dagegen sprechen) die Schleimhaut der Harnröhre, die auch Teil des Verschlussapparates ist, stärken. Wenn durch all diese Maßnahmen keine für die Patientin zufriedenstellende Besserung erreicht werden kann, wird heute meist durch eine Operation eine Bandeinlage unter die Harnröhre durchgeführt, die sog. TVT-Operation (tension free vaginal tape), durch die dieser Bereich stabilisiert und der Verschlussmechanismus verstärkt wird.

Dranginkontinenz

Harninkontinenz, umgangssprachlich auch „Blasenschwäche“ bezeichnet den unwillkürlichen, nicht gewollten Verlust von Urin aus der Harnblase. Obwohl Schätzungen zufolge jede dritte bis vierte Frau in ihrem Leben unterschiedlich lange an einer Harninkontinenz leidet, ist sie für die Betroffenen vielfach noch ein Tabuthema. Die sog. Dranginkontinenz ist die zweithäufigste Form der Inkontinenz.  Man spricht auch oft von einer „Reizblase“. Der Blasenmuskel ist dabei überaktiv. Auslöser können z.B. Entzündungen, ein Steinleiden oder auch neurologische Erkrankungen sein. 

Kennzeichnend ist ein andauernder und unangenehmer Harndrang. Dadurch ist ein häufiges Wasserlassen notwendig, wobei oft nur wenig Urin gelassen werden kann. Manche Frauen sind gezwungen, stündlich eine Toilette aufzusuchen. Kann die Toilette nicht rechtzeitig erreicht werden, kommt es zum ungewollten Urinverlust. Oft ist es hilfreich, über einige Tage ein sog. Miktionstagebuch zu führen, in dem eingetragen wird, wann und wie oft die Toilette aufgesucht wird, wie viel Flüssigkeit man zu sich nimmt und in welchen Situationen es zur Inkontinenz kommt. Durch eine sog. urodynamische Untersuchung kann die Funktion des Organs „Harnblase“ besser beurteilt werden. Die Durchführung einer Blasenspiegelung ist speziellen Situationen vorbehalten und eher selten erforderlich.

Liegt ein Harnwegsinfekt zugrunde, sollte dieser antibiotische behandelt werden, neurologische Ursachen sollten ausgeschlossen werden. Durch ein Blasentraining kann versucht werden, dem Harndrang nicht sofort nachzugehen und so die funktionelle Blasenkapazität zu erhöhen. Eine Kombination mit einem Beckenbodentraining ist zu empfehlen.  Auch eine lokale Östrogenisierung (wenn keine medizinischen Einwände vorliegen) kann versucht werden. Medikamentös bietet sich die Möglichkeit, die Aktivität des Blasenmuskels zu drosseln und so den Harndrang zu mindern. Diese Medikamente sind sowohl in Tablettenform, als auch als Pflaster verfügbar. In bestimmten Fällen kann innerhalb einer Blasenspiegelung auch eine lokale Unterspritzung mit Botulinumtoxin erfolgen.

 

Harnwegsinfekte
Senkungs- oder Inkontinenzprobeleme (Deszensus und Prolaps uteri et vaginae)

Senkungsprobleme können die sowohl die Gebärmutter, als auch die Scheide betreffen, oft senken sich beide Organe gemeinsam ab und treten tiefer in das Becken ein. In sehr fortgeschrittenen Fällen kann dies bis zum Totalprolaps, zum Vorfallen der Gebärmutter vor den Scheideneingang führen. Je nachdem, ob sich die Scheide vorne (im Bereich der Blase) oder hinten (im Bereich des Enddarms) senkt, kann es zu unterschiedlichen Symptomen kommen. Die dafür verantwortliche Beckenbodenschwäche kann durch zurückliegende Schwangerschaften und Geburten, schwere körperliche Arbeit, chronischen Husten oder auch eine angeborene Schwäche des Bindegewebes bedingt sein. Nach einer Gebärmutterentfernung kann es zudem zur Absenkung der blind endenden Scheide kommen.

Häufig kommt es durch die Lageveränderung der Genitalorgane zu einem Druck- oder Fremdkörpergefühl im Bereich der Scheide oder des Unterbauches. Senkt sich die Blase ab, kann dies durch eine Restharnbildung zu immer wieder kehrenden Harnwegsinfekten oder gar zum Harnverhalt führen. Im Bereich des Darmes kann es zur Verstopfung kommen. Eine Gebärmutter- oder Scheidensenkung lässt sich durch eine gynäkologische Untersuchung in der Regel einfach diagnostizieren, nur selten sind Spezialuntersuchungen erforderlich.

Eine Organsenkung, die keine Beschwerden verursacht und lediglich in der gynäkologischen Untersuchung diagnostiziert wird, muss in der Regel auch nicht behandelt werden. Bei einer nur geringen Ausprägung, kann mithilfe eines zielgerichteten Beckenbodentrainings die Symptomatik gelindert werden. Mittels sog. Pessare, die in die Scheide eingeführt werden, kann die Gebärmutter wieder angehoben werden. Allerdings müssen Pessare, je nach Beschaffenheit, regelmäßig gewechselt werden. Operativ sollte für jede Patientin eine individuelle und auf den jeweiligen Befund angepasste Operationsmethode ausgewählt werden. Dabei kann eine sog. vordere oder hintere Scheidenplastik (Raffung) erfolgen, die über die Scheide (ohne Bauchschnitt) durchgeführt wird. Diese kann ggf. mit einer Gebärmutterentfernung kombiniert werden. Weitere  Operationstechniken sind die „Aufhängung“ der Scheide oder des Gebärmutterhalses an Strukturen des Bandapparates, die entweder durch eine Bauchspiegelung oder auch über die Scheide erfolgen können.

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