Klinik für Frauenheilkunde und Gynäkologie

Eileiter und Eierstock

Eileiterschwangerschaft

Nistet sich die befruchtete Eizelle nicht in der Gebärmutterhöhle ein, so spricht man von einer Extrauteringravidität (außerhalb der Gebärmutter). Fast immer sitzt die Schwangerschaft in einem solchen Fall im Eileiter, sehr selten in der Bauchhöhle oder im Eierstock. Vor allem abgelaufene Entzündungen des Eileiters, die zu einer Narbenbildung geführt haben, aber auch vorangegangene Operationen, z.B. bei einer bereits abgelaufenen Eileiterschwangerschaft, stellen neben einer Endometriose wichtige Risikofaktoren dar.

Zu Beginn der Schwangerschaft treten meist die üblichen Schwangerschaftszeichen auf. Während sich die ersten sechs Wochen für die Patientin oft nicht von einer normalen Schwangerschaft unterscheiden, kommt es mit zunehmender Schwangerschaftswoche oft zu unspezifischen, meist einseitigen Bauchschmerzen oder Schmierblutungen. Wird die fehleingenistete Schwangerschaft nicht erkannt, kann es im Verlauf zu einer Fehlgeburt kommen, bei der die Frucht über die Enden der Eileiter in die Bauchhöhle abgestoßen wird. Entwickelt sich eine Schwangerschaft jedoch weiter, kann es neben starken Schmerzen durch die Dehnung auch zur Ruptur, zum Reißen des Eileiters kommen. Diese ernsthafte Komplikation kann zu massivem Blutverlust bis hin zum Schockgeschehen führen. Neben einer Tastuntersuchung, die Auskunft über die Schmerzsymptomatik gibt, ist vor allem die Ultraschalluntersuchung wegweisend. Der Verdacht auf eine Eileiterschwangerschaft besteht immer dann, wenn ab einer gewissen Schwangerschaftswoche und einem bestimmten Hormonspiegel keine Fruchthöhle in der Gebärmutter gefunden werden kann. In fortgeschrittenen Fällen lässt sich die Schwangerschaft auch direkt im Eileiter nachweisen.

 

Eine Eileiterschwangerschaft kann nicht zur Geburt eines Kindes führen. Meist ist eine Operation in Form einer Bauchspiegelung erforderlich, wobei der Eileiter eröffnet, die Schwangerschaft entfernt und das Organ „Eileiter“ erhalten werden kann. In manchen Fällen ist jedoch auch eine Entfernung des betroffenen Eileiters notwendig. Bei sehr früher Diagnose ist unter bestimmten Kriterien eine medikamentöse Therapie mit Methotrexat, einem Zellgift, möglich, was zum Absterben des Schwangerschaftsgewebes führen soll.

Eierstockentzündung
Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)

Eierstock und Eileiter liegen frei in der Bauchhöhle. Daher können sich bösartige Veränderungen relativ ungehindert im gesamten Bauchraum ausbreiten, so dass bei Diagnosestellung oft bereits ein fortgeschrittenes Stadium vorliegt. Die meisten Erkrankungen treten sporadisch auf, in etwa 5% finden sich genetische Ursachen in Form von Mutationen in den sog. BRCA-1 und BRCA-2-Genen, die auch das Risiko einer Brustkrebsentwicklung erhöhen.  Kinderlosigkeit stellt einen weiteren Risikofaktor dar, wohingegen die langjährige Einnahme der „Pille“ und mehrere Schwangerschaften das Risiko erniedrigen.

Im Frühstadium treten meist keine Beschwerden auf. Später kann es zu Stuhlunregelmäßigkeiten, Miktionsbeschwerden, Völlegefühl, Gewichtsverlust und Bauchumfangszunahme kommen. Eine effektive Früherkennungsuntersuchung, wie beim Gebärmutterhalskrebs, existiert nicht. Im Rahmen der Tastuntersuchung werden oft nur fortgeschrittene Befunde entdeckt. Lediglich die Ultraschalluntersuchung kann die Erkrankung bereits in einem früheren Stadium erfassen. Bei fortgeschrittener Erkrankung können bildgebende Verfahren wie die CT oder MRT eingesetzt werden. Das genaue Ausmaß der Erkrankung ist oft erst während einer Operation festzustellen.

In der Regel erfolgt eine operative Therapie, wobei die vollständige Entfernung des bösartigen Gewebes angestrebt wird. Dabei müssen oft, neben der Entfernung des inneren Genitales, auch Teile anderer Organe, wie der Blase oder des Darms entfernt werden. Die meisten operierten Patienten profitieren von einer anschließenden Chemotherapie. Bei sehr weit fortgeschrittener Erkrankung kann eine Chemotherapie auch einer Operation vorgeschaltet werden, um anschließend eine Operation zu ermöglichen.

Eileiterentzündung (Adnexitis)

Entzündungen der Eileiter und des Eierstocks werden meist unter dem Begriff Adnexitis zusammengefasst und betreffen vor allem jüngere Frauen. Ursache ist meist eine aus der Scheide aufsteigende Infektion, oft um den Zeitpunkt der Menstruation. Infektionen über die Blutbahn oder von anderen Organen, wie dem Blinddarm übergreifend, sind selten. Es handelt sich um eine bakterielle Infektion, die häufigsten Erreger sind Chlamydien und Gonokokken, aber auch andere Bakterien wie z.B. der Darmkeim E. coli können ursächlich sein. Risikofaktoren sind häufig wechselnde Geschlechtspartner, Nikotinkonsum, das Tragen einer „Spirale“ und  operative Eingriffe.

Typische Anzeichen einer Adnexitis sind rasch einsetzende Schmerzen im Unterbauch und erhöhte Körpertemperatur, Übelkeit und Erbrechen können ebenfalls auftreten. Manchmal kommt es auch zu einem übelriechenden Ausfluss aus der Scheide. Bei unzureichender Behandlung besteht die Gefahr, dass es zu einer Bauchfellentzündung oder Blutvergiftung kommt oder die Erkrankung in ein chronisches Stadium übergeht. Daraus entstehende Narben im Eileiter und Verwachsungen im Unterbauch können in der Folge zur Unfruchtbarkeit bzw. zu chronischen Schmerzzuständen führen. Neben der charakteristischen Schmerzsymptomatik bei der gynäkologischen Untersuchung ist vor allem die Blutuntersuchung auf Infektionszeichen wegweisend. Eine mikrobiologische Zusatzuntersuchung kann ggf. die entsprechenden Keime nachweisen. 

Wichtig ist, möglichst schnell mit einer antibiotischen Therapie zu beginnen. Dabei wird ein Breitbandantibiotikum verwendet, das gegen die häufigsten Erreger wirksam ist. Nach Erhalt der mikrobiologischen Austestung muss ggf. auf ein anderes, speziell gegen den Erreger wirkendes Antibiotikum gewechselt werden. Ferner wird eine potente Schmerztherapie begonnen. Eine Operation ist, bei frühzeitigem Therapiebeginn, selten erforderlich und solchen Fällen vorbehalten, in denen es zu einer Abkapselung der Infektion, Abszessbildung oder Bauchfellentzündung kommt.

Gutartige Eierstockzysten (Ovarialzysten)

Eierstockzysten sind häufige sonographische Befunde. Sie sind in den allermeisten Fällen gutartig und kommen vornehmlich bei Frauen im gebärfähigen Alter, besonders nach der Pubertät und im Klimakterium vor. Als sogenannte „Funktionelle Zysten“ entstehen sie durch die zyklusabhängigen Hormonschwankungen oder können auch Nebenwirkung einer Hormontherapie sein. Es handelt sich dabei um Flüssigkeitsansammlungen in sackartig abgekapselten Hohlräumen, die selten einen Durchmesser von bis zu 15 Zentimetern und mehr erreichen können. Daneben gibt es z.B. auch Zysten im Rahmen einer Endometrioseerkrankung, die mit Blut gefüllt sind und daher als „Schokoladenzysten“ bezeichnet werden. Viele kleine randständige Zysten sind dagegen typisch für ein sog. PCO-Syndrom.

Solange Ovarialzysten klein sind, verursachen sie meist keine Beschwerden. Werden sie größer, kann es zu dumpfen oder auch krampfartigen Unterbauch- oder Rückenschmerzen, seltener auch zu Stuhlunregelmäßigkeiten kommen. In seltenen Fällen kann eine Zyste auch platzen, was meist einen akuten Schmerz verursacht. Dies ist meist unbedenklich, eine Gefahr kann aber dann entstehen, wenn beim Platzen Blutgefäße einreißen, die zu einer anhaltenden Blutung führen. Eine weitere Komplikation stellt die Stieldrehung dar, bei der sich der Eierstock mehrfach um die  eigene Achse dreht und dabei die Blut zu- und abführenden Gefäße stranguliert. Die Tastuntersuchung kann Hinweise auf das Vorliegen einer Zyste geben, entscheidend ist jedoch die Ultraschalluntersuchung. Hierbei können Größe, Beschaffenheit (rein wassergefüllte Zyste oder feste Gewebebestandteile) und Abgrenzbarkeit zu anderen Organen gut bestimmt werden.

Kleinere Eierstockzysten, die oft im Rahmen einer Routineuntersuchung nur zufällig entdeckt werden, bedürfen meist keiner Therapie. Sie bilden sich oft von alleine zurück, wenn die nächste Regelblutung abgewartet wird. Wird die Zyste größer oder macht Beschwerden, kann mit einer hormonellen Therapie versucht werden, die Zyste kleiner werden zu lassen.  Bei einer Zunahme der Beschwerden, bei Komplikationen wie einer Stieldrehung oder Zysten, die nicht nur wassergefüllt sondern solide (festes Gewebe) erscheinen, wird meist eine Operation notwendig. In den allermeisten Fällen kann diese minimal invasiv (als Bauchspiegelung) erfolgen und der betroffene Eierstock meist erhalten werden.

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