Klinik für Frauenheilkunde und Gynäkologie

Monatliche Regelblutung: Wenn der Schmerz das Leben bestimmt

(09.05.2019)

Starke Regelschmerzen und ein unerfüllter Kinderwunsch können ein Hinweis auf Endometriose sein – jede zehnte Frau ist betroffen. Am 22. Mai um 18.30 Uhr informiert eine Patientenveranstaltung in der Klinik St. Hedwig zu Diagnostik und Therapie der Endometriose.

Monat für Monat durchleben in Deutschland viele Frauen starke Regelschmerzen. Dies beeinträchtigt je nach Ausprägung die Leistungs- und Arbeitsfähigkeit, die Lebensqualität und das Sexualleben teilweise erheblich. Ursache für die Beschwerden kann eine chronische Krankheit sein: Endometriose. Schätzungsweise 1,2 bis 1,5 Millionen Frauen bzw. 10 bis 15 Prozent der Frauen im Alter zwischen 15 und 50 Jahren in Deutschland leiden unter Endometriose. Darunter wird die gutartige Wucherung von „versprengtem“ Gebärmuttergewebe außerhalb der Gebärmutter meist im kleinen Becken verstanden. Experten schätzen, dass jedes Jahr circa 40.000 Frauen neu an Endometriose erkranken. Obwohl damit Endometriose zu einer der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen zählt, dauert es vom Auftreten der ersten Symptome bis zur Diagnose nach wie vor durchschnittlich sechs Jahre. Aufklärung tut not!

Die Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe an der Klinik St. Hedwig lädt daher gemeinsam mit der Europäischen Endometriose Liga e.V. zu einer Informationsveranstaltung über Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten ein. Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 22. Mai 2019 um 18.30 Uhr im Hörsaal der Klinik St. Hedwig statt.

Trotz intensiver Forschung ist die Ursache der Endometriose immer noch unklar. „Viele Frauen denken, dass starke Schmerzen vor oder während ihrer Regelblutung normal sind. Die Beschwerden werden in der Familie und im Freundeskreis nach wie vor häufig tabuisiert und verniedlicht“, sagt Privatdozent Dr. Sebastian Häusler, Geschäftsführender Oberarzt der Frauenklinik und Leiter der Endometriosesprechstunde, Klinik St. Hedwig. Für betroffene Frauen bedeutet dies oftmals einen jahrelangen Leidensweg. „Frauen, die unter starken Regelschmerzen, Schmerzen beim Stuhlgang oder Wasserlassen leiden oder einen unerfüllten Kinderwunsch haben, sollten daher in jedem Fall eine Gynäkologin oder einen Gynäkologen aufsuchen, denn sie können ein Hinweis auf Endometriose sein“, so Dr. Sebastian Häusler.

Endometriose – schmerzhaft aber behandelbar
Endometriose gilt als östrogenabhängige Erkrankung. Wie in der Gebärmutter baut sich auch außerhalb der Gebärmutter „versprengtes“ Gebärmuttergewebe im Zyklus auf und wieder ab. Dies kann zu Blutungen und chronischen Reizuständen führen, die mit starken Schmerzen verbunden sein können. Neben (blutgefüllten) Eierstockzysten können sich Verwachsungen bilden, die oft die Ursache für ungewollte Kinderlosigkeit sind. Nach Expertenschätzungen besteht bei mehr als 25 Prozent der Kinderwunschpaare der unerfüllte Kinderwunsch aufgrund einer Endometriose. „Gynäkologen sollten bei unklaren Unterbauchbeschwerden und einem unerfüllten Kinderwunsch immer auch an eine Endometriose denken“, so  Dr. Häusler. „Je eher die Diagnose gestellt wird, umso schneller kann eine geeignete Therapie erfolgen.“
Endometriose ist behandelbar. Nach einer gründlichen gynäkologischen Untersuchung wird gemeinsam mit der Patientin die Wahl der Therapie getroffen. Je nach Ausprägung des Krankheitsbildes und der Lebensumstände der Patientin erfolgt der Einsatz von Medikamenten, teilweise auch kombiniert mit einer Operation.
Bei der Informationsveranstaltung am 22. Mai stehen Fragen rund um Symptomatik, Diagnose und Therapie im Mittelpunkt. Zu den Referenten zählen neben Dr. Sebastian Häusler die gynäkologische Endkrinologin Prof. Dr. Monika Bals-Pratsch, Leiterin profertilita, Zentrum für Fruchtbarkeitsmedizin, Regensburg, Prof. Dr. Tino Münster, Chefarzt der Klinik für Anästhesie und operative Intensivmedizin und Leiter der Schmerzambulanz, Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg sowie Marianne Scheimer vom Sozialdienst, Krankenhaus Barmherzig Brüder Regensburg. Betroffene Frauen berichten zudem über Ihre Erfahrungen.

Informationsveranstaltung:

Wann: Mittwoch, 22. Mai 2019, 18.30 Uhr
Wo: Klinik St. Hedwig, Steinmetzstraße 1-3, 93049 Regensburg, Hörsaal

Referenten:

  • PD Dr. med. Sebastian Häusler, Geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe – Lehrstuhl der Universität Regensburg und Leiter der Endometriosesprechstunde, Klinik St. Hedwig
  • Prof. Dr. med. Monika Bals-Pratsch, M.Sc. Leiterin profertilita, Zentrum für Fruchtbarkeitsmedizin, Regensburg
  • Prof. Dr. med. Tino Münster, Chefarzt der Klinik für Anästhesie und operative Intensivmedizin und Leiter der Schmerzambulanz, Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg
  • Monika Scheimer, Sozialdienst, Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg

Eintritt frei – keine Anmeldung erforderlich.

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