Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Gestationsdiabetes und Diabetes in der Schwangerschaft

Die Klinik St. Hedwig ist ein zertifiziertes Perinatalzentrum LEVEL 1, eine Geburtsklinik der Maximalversorgung mit angeschlossener Neonatologie. Diese Struktur ermöglicht es, alle Formen von Risikoschwangerschaften und -Geburten optimal zu betreuen. Sollten Sie einen Schwangerschaftsdiabetes oder einen Diabetes Typ I oder Typ II haben, können wir Ihnen Dank unserer SpezialistInnen in der Ultraschalldiagnostik, im Kreißsaal und in der Betreuung der Neugeborenen ein interdisziplinäres Behandlungsangebot von der Schwangerschaft bis zur Entlassung mit dem Kind anbieten.

Der Schwangerschaftsdiabetes oder Gestationsdiabetes – kurz GDM ist eine Störung des Blutzuckerstoffwechsels, die erstmals in der Schwangerschaft auftritt oder erkannt wird. In den meisten Fällen ist sie nach der Geburt bzw. nach Abschluss des Wochenbettes nicht mehr nachweisbar.

Früherkennung

Die deutschen Mutterschaftsrichtlinien sehen seit März 2012 für alle Schwangeren ein zweistufiges Blutzucker-Screening zur Früherkennung eines Gestationsdiabetes zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche vor. Steigt im 50g-Screeningtest (Suchtest) der Blutzuckerwert über 135mg/dl an, kommt zeitnah der sog. orale Glucosetoleranztest unter standardisierten Bedingungen zur Anwendung, wobei der Blutzucker nüchtern und jeweils eine bzw. Stunden nach Trinken einer Zuckerlösung gemessen wird. Beim Überschreiten bereits eines der drei Grenzwerte wird die Diagnose eines GDM gestellt.

Maßnahmen und Therapie

Wenn bei Ihnen ein Gestationsdiabetes festgestellt wird, lassen Sie sich in eine Diabetes-Schwerpunkteinrichtung überweisen. Nehmen Sie an einer Schulung für Schwangere mit Gestationsdiabetes teil, die eine Ernährungsberatung und die Anleitung zur Blutzuckerselbstkontrolle beinhaltet. Wenn trotz Ernährungsumstellung und ausreichend Bewegung die Blutzuckerwerte oberhalb der Zielwerte liegen, dann wird zusätzlich eine medikamentöse Einstellung der Blutzuckerwerte erforderlich. Die Diabetologen werden dann bei Ihnen eine entsprechende Therapie beginnen. Meist erfolgt diese mit Insulin. Um die genannten Therapieziele zu erreichen, sind in der Schwangerschaft regelmäßige Blutzuckerselbstmessungen erforderlich. Die Anzahl der Messungen pro Tag richtet sich nach dem Verlauf Ihrer Blutzuckerwerte.

Interdisziplinäre Betreuung

Ein kleiner Teil der schwangeren Frauen hat einen Diabetes Typ I oder Typ II. Diese Frauen benötige eine besonders spezialisierte Schwangerschaftsbetreuung. Neben dem erhöhten Risiko für kindliche Fehlbildungen ist auch das Risiko, eine Schwangerschaftsvergiftung zu bekommen, stark erhöht. Zudem kann der Blutzucker in der Schwangerschaft schwer entgleisen oder bereits vorbestehende organische Schäden (Nierenfunktion, Netzhaut, Nerven) können sich verschlechtern. In diesen Fällen bieten wir Ihnen eine interdisziplinäre, höchst spezialisierte Betreuung an. Wir arbeiten hierbei eng mit den Internisten des Krankenhauses Barmherzige Brüder Regensburg und des Universitätsklinikums Regensburg zusammen. Wir empfehlen Ihnen, sich im Falle eines Typ I- oder II-Diabetes bereits in der Frühschwangerschaft bei uns vorzustellen, um beispielsweise Ihr persönliches Risiko für eine Schwangerschaftsvergiftung berechnen zu können. In solchen Fällen können Medikamente zur Prophylaxe eingenommen werden.

Eine unbehandelte oder ungenügend behandelte Blutzuckererhöhung in der Schwangerschaft verursacht zunächst keine Beschwerden, kann aber kurz- oder langfristig negative Auswirkungen auf die gesundheitliche Entwicklung von Mutter und Kind haben. Wenn Ihr Blutzucker zu hoch ist, kann das zu einem starken Wachstum des Kindes führen. Hierdurch könnte zum Beispiel bei einer Geburt auf natürlichem Weg das Durchtreten der kindlichen Schulter der Geburtsablauf erschwert sein.

Durch die rechtzeitige Diagnose des Diabetes in der Schwangerschaft sowie die intensivierte Überwachung und Behandlung können Probleme in den meisten Fällen vermieden werden. Schwangere mit Gestationsdiabetes neigen häufiger als gesunde Schwangere zu Harnwegsinfekten, Frühgeburten sowie Blutdruckerhöhungen und haben ein hohes Risiko später im Leben einen Typ-2-Diabetes mellitus zu entwickeln. Diese erhöhten Risiken werden ebenfalls durch die Behandlung vermindert.

Wir beraten Sie in unserer Schwangerenambulanz

Während Ihrer Vorstellung in unserer Schwangerenambulanz besprechen wir mit Ihnen mögliche Risiken unter der Geburt, den Geburtsmodus sowie die weitere Schwangerschaftsüberwachung, abhängig von der Stoffwechseleinstellung und eventuellen Wachstumsauffälligkeiten. In diesem Zusammenhang bieten wir Ihnen eine Mitbetreuung in Zusammenarbeit mit Ihrer betreuenden Frauenarzt- und Diabetologiepraxis an. Sollten bei Ihnen neben dem Gestationsdiabetes zusätzlichen Risikofaktoren vorliegen oder sollten Sie einen Diabetes Typ I/II haben, führen wir gerne eine differenzierte weiterführende Organdiagnostik und Herzultraschalluntersuchung (Echokardiographie) des Kindes mit 11+0 bis 13+6 SSW sowie mit 19+0 bis 22+0 SSW durch.

Da unsere Klinik St. Hedwig eine Geburtsklinik der Maximalversorgung mit angeschlossener Neonatologieist, ist eine optimale Betreuung Risikoschwangerer unter Geburt sowie die bestmögliche Primärversorgung des Neugeborenen, z. B. bei Anpassungsproblemen oder Unterzucker ist zu jedem Zeitpunkt gewährleistet. Die meisten Neugeborenen können jedoch unter Blutzuckerkontrollen bei ihrer Mutter bleiben.

Ihre Ansprechpartner:
Oberärztin Dr. med. Sara Fill-Malfertheiner
Facharzt Dr. med. Roland Prager

Kontakt:
Tel. +49 (0)941 369 5204

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